Nach einer mehr oder weniger langen Wartezeit werden Sie von unserem Transplantationsbüro informiert, dass ein für Sie geeignetes Spenderorgan gefunden werden konnte. Wenn Sie sich Zuhause befinden, erhalten Sie Informationen, wann und auf welchem Weg Sie sich zur bevorstehenden Transplantation in unsere Klinik begeben sollten. Der Transport wird von uns organisiert. Hier eingetroffen, wird in einer engen zeitlichen Abfolge die Transplantation erfolgen. Dies kann und wird für Sie als Patient mit Aufregung verbunden sein. Wir sind aber bemüht, diese so gering wie möglich zu halten. Auf Grund von sehr engen Zeitplänen im Rahmen der Transplantation ist es möglich, dass Teile der Vorbereitung parallel erfolgen.

Vorbereitung

Zunächst erfolgt die Rasur mit einer anschließenden Waschung. Daran schließen sich die Blutentnahme und die Untersuchung durch den Arzt der Transplantationsstation und der Anästhesie an. Während dieser Untersuchungen wird die Entscheidung fallen, ob eine Nadel am Arm oder evtl. ein sogenannter „zentral-venöser Katheter" (ZVK) zum aktuellen Zeitpunkt notwendig ist. Dieser venöse Zugang wird zum Verabreichen von Medikamenten benötigt, die in Vorbereitung der Transplantation zur Unterdrückung Ihres Immunsystems dringend notwendig sind.

Anschließend erfolgt eine Röntgenaufnahme des Brustkorbes. Um sicherzustellen, dass das für Sie gefundene Organ zur Transplantation geeignet ist, wird das von unserer Klinik entsandte Entnahmeteam das Herz vor Ort in der Spenderklinik eingehend untersuchen.

Leider kann es gelegentlich vorkommen, dass durch Überprüfung vor Ort festgestellt wird, dass das Herz nicht für eine Transplantation geeignet ist. In Ihrem eigenen Interesse werden wir die Transplantation dann an diesem Tag nicht durchführen.

Um die für das Spenderorgan gefährliche Zeit außerhalb des Körpers (sog. Ischämiezeit) möglichst kurz zu halten gibt es verschiedene Vorgehensweisen bei der Vorbereitung zur Operation.

Operation

Eine Herztransplantation wird wie jede andere Herzoperation unter Zuhilfenahme der Herz-Lungen-Maschine durchgeführt. Das kranke Herz wird entfernt, wobei aus nahttechnischen Gründen Anteile der Hinterwand der Herzvorhöfe belassen werden.

Das neue Herz wird nun durch zirkuläre Einnaht zunächst am linken, dann am rechten Vorhof, sodann im Bereich der Aorta (Körperschlagader) und der Lungenschlagader mit den entsprechenden Empfängeranteilen verbunden. Die Zeit zwischen Entnahme des Spenderherzens und der Einnaht darf nicht mehr als sechs Stunden betragen.

Nach der Operation

Nach Beendigung der etwa zweieinhalb- bis vierstündigen Operation wird der Patient auf die Intensivstation gebracht. Bei voroperierten Patienten, z.B. bei Patienten mit einem Kreislaufunterstützungssystem kann die Operation auch einige Stunden länger dauern. Sie erhalten eine telefonische Information über den Op-Verlauf Ihres Angehörigen von einem Mitglied des Op-Teams. Die Behandlung besteht im weiteren Verlauf aus einer Überwachung der Herz-Kreislauf-Funktion sowie in der Fortführung der unmittelbar vor der Operation begonnenen immunsuppressiven (abwehrunterdrückenden) Therapie.

Abstoßungsreaktionen

Akute Abstossungsreaktionen sind für den Transplantationspatienten beinahe unvermeidbar. Das sicherste Verfahren zur Diagnose einer akuten Abstossungsreaktion ist nach wie vor die perkutane transvenöse Endomyokardbiopsie. Hierbei werden winzige Herzmuskelproben entnommen und untersucht. Abstossungskrisen werden in aller Regel unter engmaschiger Kreislaufkontrolle medikamentös behandelt.

Fragen an die Transplantationskoordinatoren

Sollten Sie noch Fragen haben, stehen Ihnen unsere Transplantationskoordinatoren jederzeit zwischen 8.00 und 16.00 Uhr unter der Telefonnummer 05731- 97 1180 zur Verfügung.

Nierenfunktion nach HTX

Durch die Nephrotoxizität der immunsuppressiven Therapie (insbesondere der Calcineurin-Inhibitoren (CNI) Tacrolimus und Sandimmun optoral sowie eine prä-HTX bestehende Niereninsuffizienz, die durch die Herzinsuffizienz verursacht wird, kann sich nach der HTX die Nierenfunktion weiter verschlechtern. Empfehlenswert sind einerseits konservative Maßnahmen wie eine erhöhte Trinkmenge von ca. 3 l pro Tag (unter der Voraussetzung einer guten Urinausscheidung). Außerdem können die CNI durch Kombination mit den relativ neu entwickelten mTOR-Inhibitoren in der Dosis reduziert werden oder durch Kombination mit MMF abgesetzt werden.