Prof. Dr. van Rood gründete 1967 die Stiftung Eurotransplant. Sie befindet sich in der Universitätsklinik Leiden in den Niederlanden. Wegen der großen Unterschiede in den Blut- und Gewebegruppen zwischen Organspender und Empfänger besteht die Gefahr der Abstoßung nach der Transplantation. Durch die zentrale Registrierung aller Patienten, die auf ein Spenderorgan warten, kann die engere genetische Verwandtschaft zwischen Spender und Empfänger durch die Datenbank abgeglichen werden und letztendlich so die Transplantationsergebnisse, durch größtmögliche Übereinstimmung, verbessern.

Zielsetzungen der Stiftung Eurotransplant

  • Optimale neutrale Verwendung des knappen Spenderangebotes
  • Auswahl des am besten passenden Patienten, der auf der Warteliste steht, für die zur Verfügung stehenden Organe
  • Verbesserung der Ergebnisse, u.a. durch Analyse der Transplantationsdaten
  • Vergrößerung des Spenderangebotes durch Informationen und Ausbildung im medizinischen Bereich.

Wie arbeitet Eurotransplant?

Als Vermittler zwischen Spender und Empfänger hat Eurotransplant eine Schlüsselposition bei der Vermittlung von Spenderorganen zur Transplantation inne. Die Empfängerdaten sind in einer zentralen Datenbank gespeichert. Sobald irgendwo im Gebiet von Eurotransplant (d.h. in den Benelux-Ländern, Deutschland, Österreich, Slowenien, Kroatien und Ungarn. Stand April 2016) ein Spender zur Verfügung steht, erfolgt eine Meldung an die Zentrale von Eurotransplant nach Leiden. Unter Bezugnahme auf die durchgegebenen Spenderdaten wird der am besten passende Empfänger aus der Datenbank ausgewählt.

Auswahlkriterien für ein Spenderherz

  • Blutgruppe
  • Größe und Gewicht des Spenders und Empfängers
  • Dringlichkeit

Steht ein Spenderherz zur Verfügung, wird in der gleichen Blutgruppe nach einem Empfänger gesucht, der von Größe und Gewicht her am besten geeignet erscheint. Gibt es in der zentralen Datenbank von Eurotransplant mehrere in Frage kommende Empfänger, entscheidet die Länge der Wartezeit.

Leider hat die Erfahrung in letzter Zeit gezeigt, dass in Abhängigkeit von Blutgruppe und Zustand des Patienten die Wartezeit erheblich variieren kann.

Ihre medizinische Situation und Stabilität bedingt auch den sogenannten Meldestatus bei Eurotransplant.

 

Meldestatus „T“

Stabile Patienten, bei denen nicht unmittelbar und dringlich eine Transplantation nötig ist, können unter gut kontrollierten Bedingungen zu Hause auf die Operation warten. Regelmäßige Kontrollen (mindestens 2x/Jahr) im Transplantationszentrum stellen sicher, dass die medizinische Stabilität vorhanden ist.

 

Meldestatus „HU“

Patienten, die in einer weiter fortgeschrittenen Entwicklung Ihrer Herzerkrankung stationär behandelt werden müssen, kommen prinzipiell für eine Anmeldung als „HU“-Patient in Frage. Die erforderlichen Kriterien legt die Bundesärztekammer in den Transplantationsrichtlinien fest.

Das Transplantationszentrum stellt einen Antrag an ein dreiköpfiges Gutachtergremium bei Eurotransplant, das die Voraussetzungen prüft und den Status entweder genehmigt oder ablehnt. Patienten im Meldestatus „HU“ müssen sich auf einer Überwachungs- bzw. Intensivstation des Transplantationszentrums befinden und bis zur Operation dort betreut und überwacht werden.

www.bundesaerztekammer.de/richtlinien

 

Meldestatus „NT“

Bei vorübergehenden Umständen, die eine Transplantation nicht zulassen, kann der Meldestatus auf Zeit „pausiert“ werden. Dies können z.B. neu aufgetretene Infektionen oder auch eine vorübergehender Auslandsaufenthalt des gemeldeten Patienten sein. Bei Wegfall der Problematik kann das Transplantationszentrum den ursprünglichen Status wieder „freischalten“.

Weiterführende Informationen