Die Physiotherapie im Herz- und Diabeteszentrum NRW betreut schwerpunktmäßig Patienten vor und nach Herzoperationen, Patienten mit mechanischen Kreislaufunterstützungssystemen sowie vor und nach Herztransplantationen. Aber auch alle anderen Patientengruppen sind im HDZ NRW gut versorgt. Im Diabeteszentrum betreuen unsere Physiotherapeuten zum Beispiel auch Patienten mit Folgeerkrankungen des Diabetes mellitus.

Über die Physiotherapie

Unser wichtigstes Anliegen ist es, den Menschen die Angst vor einer Herzoperation soweit wie möglich zu nehmen, sie zu einer aktiven Mitarbeit zu bewegen und zu mobilisieren.

Wir erläutern unseren Atemtrainer, der auf einer verlängerten, ruhigen und gleichmäßigen Ausatmung basiert. Patienten sollen ermutigt werden, diese Übungen regelmäßig vor, und vor allem nach der Operation in der kurzen Phase der Bettruhe durchzuführen. Dies dient als Vorbeugung vor einer Lungenentzündung, da durch die Operation die Lungenfunktion in der Frühphase beeinträchtigt ist.

Wir demonstrieren und erarbeiten mit den Patienten die frühe postoperative Mobilisation, d.h. wie man sich schmerzreduziert bewegen kann und warum die Bewegung nach einer OP wesentlich zur Schmerzreduktion beiträgt.

Jederzeit beantworten die Physiotherapeuten Fragen zum weiteren Verlauf des Krankenhausaufenthaltes in Absprache mit der Anästhesie und den Chirurgen.

Nach der OP

Im Normalfall verlassen die Patienten die Intensivstation am Tag nach der Operation und werden auf die Normalstation verlegt. Hier beginnen wir fließend übergehend mit der Mobilisation der Patienten, wobei in den ersten 2-3 Tagen eine optimale Lungenfunktion angestrebt wird.

Am 2. Tag darf der Patient zum Waschbecken und zum WC, am 3. Tag nach der Operation soll der Patient zum ersten Mal für etwa 5 Minuten auf dem Stationsflur Gehtraining durchführen. Weitergehend steigern wir die Belastung je nach individuellem Trainingsstand ab dem 4. Tag, bis hin zum Treppe steigen etwa ab dem 7. Tag nach der OP.

Ab dem 5. Tag führen wir eine leichte Hockergymnastik als Gruppentherapie mit den Patienten durch. Dies dient zur Lockerung der Schultermuskulatur und zur Vorbereitung auf die Reha. Diese Gruppengymnastik ist auch immer eine Abwechslung im Klinikablauf, da sich Gelegenheit zur Kommunikation mit anderen Patienten in gleicher oder ähnlicher Situation ergibt.

Sind Patienten länger als 7 Tage bei uns, führen wir mit ihnen ein Fahrradergomertertraining durch, das herzfrequenzgesteuert durchgeführt wird, um Überlastungen von vornherein auszuschließen. Dieses Training dient der Verbesserung der Ausdauerleistung und dem allmählichen Heranführen an die Belastungsgrenze. Bei allen Mobilisationsverfahren ist es uns sehr wichtig, dass jeder Patient selber seine Belastungsgrenze erfahren kann, und über Hilfsmittel der eigenen Körperwahrnehmung, soweit als möglich, diesen Transfer in den Alltag oder die folgende Rehabilitation schafft.

Physiotherapie