Eine Herztransplantation (Htx) wird bei Patienten mit einer schweren fortgeschritten Herzinsuffizienz durchgeführt, d.h. bei einer lebensbedrohlichen Herzschwäche, die anderweitig nicht behandelbar ist.

Voruntersuchungen

Vor einer möglichen Transplantation sind Voruntersuchungen notwendig, die innerhalb eines eintägigen ambulanten Aufenthaltes oder aber innerhalb eines wenige Tage dauernden stationären Aufenthaltes im Herzzentrum durchgeführt werden können. Ein Teil der Voruntersuchungen kann aber auch bei Fachärzten in Ihrem Heimatort oder Heimatkrankenhaus vorgenommen werden.

Wozu dienen diese Voruntersuchungen?

Als Erstes wird die entscheidende Frage geklärt, ob eine Transplantation überhaupt notwendig ist oder ob eventuell andere Maßnahmen ergriffen werden können, um Ihren Gesundheitszustand zu stabilisieren. Möglicherweise lässt sich die medikamentöse Behandlung noch verbessern, vielleicht ist es auch möglich, eine Bypass-oder Klappenoperation durchzuführen.

Bei Patienten mit einem Linksschenkelblock und einem sehr breiten Kammerkomplex im EKG kann mit der Implantation eines speziellen Schrittmachers eine Erhöhung der Herzleistung durch eine bessere Abstimmung der Herzaktionen erreicht werden. In einzelnen Fällen kann auch eine sehr spezifische chirurgische oder kardiologische Behandlungsoption (z.B. Aneurysmaresektion, Mitral-Clipping; TAVI etc.) bestehen. Dies wird im Rahmen der Voruntersuchungen in der Transplantationsabteilung geprüft. Alle diese modernen und speziellen Verfahren werden auch im HDZ NRW durchgeführt.

Falls sich die Herz- bzw. Herz-Lungen-Transplantation als einzige Behandlungsmöglichkeit herausstellt, dienen die Voruntersuchungen auch der Abschätzung der Dringlichkeit und des Risikos. Des Weiteren können begleitende, bis zu diesem Zeitpunkt eventuell noch nicht erkannte Erkrankungen entdeckt und gewertet werden.

Rechtsherz- und oder Linksherzkatheteruntersuchung

Im Rahmen der Voruntersuchungen sind gegebenenfalls eine Rechtsherz- und oder Linksherzkatheteruntersuchung erforderlich, wenn diese bisher noch nicht durchgeführt worden sind.

Die Linksherzkatheter-Untersuchung wird in aller Regel über eine Schlagader in der Leiste oder am Arm durchgeführt. In örtlicher Betäubung wird ein Katheter bis in die linke Herzkammer vorgeschoben, wodurch die Ärzte Aufschluss über die Pumpfunktion der linken Herzkammer erhalten. Gleichzeitig werden die Herzkranzgefäße dargestellt. Diese Untersuchung ist bei Ihnen womöglich bereits von dem zuweisenden Kardiologen vorgenommen worden. Im Rahmen des Katers sind Behandlungen (z.B. Stenteinlagen) möglich.

Bei der Rechtsherzkatheter-Untersuchung, die in unserem Zentrum routinemäßig in örtlicher Betäubung über eine Vene an der rechten Halsseite durchgeführt wird (in Einzelfällen auch durch die Leiste), wird ein Messkatheter in die rechte Herzkammer und in die Lungenschlagader vorgeschoben. Dabei erhalten wir unbedingt notwendige Daten über das Blutdruckverhalten in der Lunge, die Herzleistung sowie über die einzelnen Kreislaufwiderstände.

Nach Abschluss der Voruntersuchungen werden wir ein eingehendes Gespräch mit Ihnen führen. Dabei werden in erster Linie zwei Fragen geklärt:

  • Ist eine Herztransplantation notwendig und wann?
  • Gibt es andere Behandlungsmöglichkeiten (Medikamente, Schrittmacher oder Operationen)?

Kommt als einzige Behandlungsmöglichkeit Ihrer Herzerkrankung eine Herzverpflanzung in Betracht, werden Sie in die sog. Warteliste aufgenommen. Wir übermitteln Ihre persönlichen und medizinischen Daten (z.B. Name, Geburtsdatum, Erkrankungsursache, Blutgruppe, Körpergröße und Gewicht) an Eurotransplant/Leiden.