Diagnostik
Die Diagnostik und interventionelle Therapie der koronaren Herzerkrankung ist ein wichtiger Schwerpunkt in unserer Klinik. Den Experten stehen hierzu vier hochmoderne Herzkatheterlabore zur Verfügung. Das Zentrum ist darüber hinaus von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V. als Stätte der Zusatzqualifikation für Interventionelle Kardiologie zertifiziert.
Zur optimalen Versorgung von Patienten mit einem akuten Herzinfarkt erfolgt die direkte Aufnahme auf unserer kardiologischen Intensivstation und die unverzügliche Behandlung in dem dort integrierten Herzkatheterlabor. Dadurch bieten wir den Patienten höchstmögliche Sicherheit. Zusätzlich kann bei kreislauf-instabilen Patienten sofort ein Herzunterstützungssystem zum Einsatz kommen. Hierzu arbeiten wir eng mit den Kollegen der Klinik für Thorax- und Kardiovaskularchirurgie zusammen.
Bei der Behandlung der stabilen koronaren Herzerkrankung hat sich gezeigt, dass die Behandlung der zugrundeliegenden Risikofaktoren wie erhöhte Cholesterinwerte, Bluthochdruck, Übergewicht und Bewegungsmangel auch eine gute Stoffwechseleinstellung bei Diabetikern die Basis der Therapie ist. Sollten funktionell relevante Verengungen der großen Koronargefäße vorliegen, ist die Aufdehnung mittels Ballon, Stent und/oder beschichteten Ballons neben einer in bestimmten Fällen notwendigen Bypassversorgung die zweite wesentliche Möglichkeit der Behandlung.
Zur exakten Identifizierung von behandlungsbedürftigen Engstellen in den Herzkranzgefäßen kommt in unserer Klinik routinemäßig die Bestimmung der Druckverhältnisse (intrakoronaren Physiologie) mittels Druckdraht (iFR bzw. RFR / FFR ) zum Einsatz. Hierbei wird ein dünner Draht in das Herzkranzgefäß eingebracht und der Druck vor und hinter der Stenose gemessen. Nur in dieser Messung bedeutsame Engstellen werden dann mit einem Stent behandelt.
Des Weiteren lassen sich mittels spezieller Druckdrahtmessung (koronare Flussreserve – CFR; mikrovaskuläre Resistance – IMR) Veränderung der Mikrostrombahn des Herzens nachweisen. Derartige Veränderungen können auch in Abwesenheit einer sichtbaren Engstelle der großen Herzkranzgefäße Beschwerden wie Brustschmerz oder Belastungsluftnot verursachen. Diese Technik ermöglicht uns eine eindeutige Diagnosestellung.
Therapie
Die Behandlung verengter Herzkrankgefäße erfolgt über einen Herzkatheter. An der Engstelle wird ein aufblasbarer Ballon implantiert, wodurch das Gefäß geweitet werden kann. Zur Stabilisierung wird ein Drahtgitter (Stent) eingesetzt. Am HDZ werden hierbei medikamentenbeschichtete Stents der neusten Generation verwendet.
Zur Optimierung der Stentimplantation beziehungsweise zur exakten Planung des Eingriffs erfolgt häufig zusätzlich eine intravaskuläre Bildgebung mittels Ultraschall (IVUS) oder optischer Kohärenz-Tomographie (Infrarotlicht-basierendes Verfahren, sogenanntes OCT). Diese zwei etablierten Methoden können das Innenleben von Gefäßen darstellen. Kombiniert mit einem speziellen Röntgen-Kontrastverfahren (der Koronarangiographie) kann die Stentimplantation höchst präzise und mit dem bestmöglichen Ergebnis durchgeführt werden. Alle drei Verfahren werden während einer normalen Herzkatheteruntersuchung als schnelle und schmerzfreie Ergänzung durchgeführt.
Zur Behandlung von schwer verkalkten Engstellen erfolgt routinemäßig eine Vorbehandlung entweder mit Rotablation, intravaskulärer Lithoplastie, Hochdruck- oder „Cutting“- Dilatation. Bei einer Rotablation wird mit einem kleinen Mikrobohrer der Kalk an den Gefäßen abgetragen. Die Lithoplastie ist eine Stoßwellentherapie, bei der Verkalkungen mit Stoßwellenenergie so verändert werden, dass sie nachher mittels Ballon und Stent gut aufgedehnt werden können.
Auch langfristig komplett verschlossene Gefäße (CTO) können geöffnet und rekanalisiert werden. Diese hochspezialisierten Eingriffe werden von uns mit ante- wie auch retrograden Techniken im Herzkatheterlabor durchgeführt.
Die in unserem Zentrum verfügbaren technischen, räumlichen und personellen Möglichkeiten erlauben es uns, auch bei schwerkranken Patienten komplexe Eingriffe – wenn indiziert - durchzuführen. Solche Fälle werden in gemeinsamer Abstimmung mit der Herzchirurgie in einem „Heart Team Vascular Board“ vorher besprochen, um die sinnvollste Therapie anzubieten.
Ansprechpartner Koronare Herzkrankheit

Dr. med. Mohamed Ayoub
Oberarzt
Leitung CTO- und CHIP-ProgrammmehrTel.: 05731 97-1276
Fax.: 05731 97-1286
E-Mail.: mayoub@hdz-nrw.de
Dr. med. Hendrik Bante
Oberarzt
Leitung Herzkatheterlabor Patientenmanagement
Leitung Sportkardiologie (Level 3)mehrTel.: 0573197-1276
Fax.: 0573197-1286
E-Mail.: hbante@hdz-nrw.de
Prof. Dr. med. Tanja Rudolph
Oberärztin
Leitung Herzklappenzentrum
Leitung Interventionelle KardiologiemehrTel.: 05731 97-1276
Fax.: 05731 97-1286
E-Mail.: trudolph@hdz-nrw.de
Dr. med. Werner Scholtz
Oberarzt
Leitung Herzkatheterlabor Technik & Abläufe
HerzklappenzentrummehrTel.: 05731 97-1276
Fax.: 05731 97-1286
E-Mail.: wscholtz@hdz-nrw.de






