Die Wartezeit bis zur Operation kann mehrere Monate bis Jahre betragen. In der Regel kann die Wartezeit zu Hause verbracht werden. Patienten, die nach der Anmeldung bei Eurotransplant mit höchster Dringlichkeitsstufe auf der Warteliste für ein Spenderherz stehen, befinden sich jedoch bereits in einer Klinik und müssen auch bis zur Transplantation in der Klinik bleiben.
Was ist in der Wartezeit noch zu beachten
Falls wir gemeinsam mit Ihnen beschließen, eine Transplantation durchzuführen, aber auch im Falle einer konservativen, medikamentösen Weiterbehandlung Ihrer Herzerkrankung, sollten Sie folgende Punkte beachten:
- Patienten, die auf der elektive Warteliste (Status T) auf ein Spenderorgan warten müssen durchgehend erreichbar sein, da ein Anruf mit einem Organangebot jederzeit erfolgen kann.
- Verständigen Sie uns bei einer Verschlechterung Ihres Zustandes.
- Verständigen Sie uns bei einer eventuellen Krankenhauseinlieferung.
- Verständigen Sie uns wenn Sie länger nicht an ihrer Heimatadresse sind (z.B. Urlaub)
- Teilen Sie uns umgehend Änderungen bzgl. Adresse und Telefonnummer mit
- Halten Sie sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten fit (E-Bike Fahren, Herzsportgruppen, spazieren gehen). Je besser der körperliche Zustand vor der Transplantation ist, desto höher liegen die Chancen einer schnelleren Erholung nach der Operation.
- Achten Sie auf eine konsequente Medikamenteneinnahme.
- Wiegen Sie sich täglich und notieren Sie die Ergebnisse.
- Messen Sie Ihren Blutdruck und Puls täglich und tragen Sie die Werte in ein Protokoll ein.
- Vermeiden Sie Alkohol- und Nikotinkonsum.
- Suchen Sie regelmäßig Ihren Hausarzt oder Kardiologen auf.
- Kommen Sie bitte, je nach Absprache zu einer ambulanten Kontrolluntersuchung.
- Die maximale Trinkmenge sollte 1,5 l nicht überschreiten.
Auswahlkriterien für ein Spenderherz
In Deutschland erfordert die Organentnahme in jedem Fall die Einwilligung der nächsten Angehörigen bzw. einen Organspenderausweis, der das Einverständnis des Verstorbenen zur Organspende belegt.
Jedes Transplantationszentrum legt die individuellen Kriterien, die das Spenderorgan erfüllen sollte, fest. Wichtig ist, dass Spender und Empfänger auf jeden Fall in Blutgruppe, in Größe, Gewicht und Alter in etwa übereinstimmen, um ein Missverhältnis zwischen der Pumpleistung des transplantierten Herzens und der Größe des Empfängersitus zu vermeiden. Es gibt offiziell keine Altersgrenze bis zu der transplantiert werden darf. Entscheidend ist, ob mit der Transplantation eine Verbesserung der Lebensqualität zu erwarten ist. (TPG §10 Abs. 2.2: Die Transplantationszentren sind verpflichtet, über die Aufnahme in die Warteliste nach Regeln zu entscheiden, die dem Stand der Erkenntnisse der medizinischen Wissenschaft entsprechen, insbesondere nach Notwendigkeit und Erfolgsaussicht einer Organübertragung.)
Ebenso müssen die immunologischen Voraussetzungen für eine gute Annahme des Spenderorgans erfüllt sein, um das Risiko von Abstossungsreaktionen nach der Operation gering zu halten. Die Ischämiezeit, d.h. der Zeitraum von Beginn der Explantation bis zu dem Zeitpunkt, zu dem das Spenderherz wieder schlägt, sollte möglichst nicht länger als vier Stunden, maximal sechs Stunden betragen. (gem. Richtlinien zur Organtransplantation/§16 Transplantationsgesetz)
