Das Persistierende Foramen ovale (PFO) ist ein Überbleibsel des embryonalen Kreislaufs und stellt eine Verbindung zwischen rechten und linken Vorhof dar. Es kann das Übertreten von Thromben aus dem Venensystem in den Systemkreislauf ermöglichen und so ursächlich sein für Schlaganfälle ansonsten unklarer Ursache („kryptogener Schlaganfall“) v.a. bei jüngeren Patienten unter 60 Jahren.

Diagnostik

Hinweise für eine Kurzschlussverbindung zwischen den beiden Vorhöfen kann der transkranielle Doppler oder die transthorakale Echokardiographie mit Kontrastmittel geben. Allerding kann die genaue Diagnose erst mit Hilfe der transösophagealen Echokardiographie gestellt werden. Dabei kann auch festgestellt werden, ob zusätzlich ein Vorhofseptumaneurysma vorliegt. Die transösophageale Echokardiographie wird bei allen Patienten mit kryptogenem Schlaganfall empfohlen.

Therapie

Um das Risiko für erneute Schlaganfälle für Patienten mit PFO zu minimieren, gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten. Entweder sollte eine dauerhafte medikamentöse Therapie (Thrombozytenhemmung oder orale Antikoagulation) oder ein Verschluss des PFO durchgeführt werden. Nach aktueller Studienlage wird empfohlen das PFO per Katheter zu verschließen. Dabei wird über einen venösen Zugang in der Leiste unter örtlicher Betäubung und leichter Sedierung ein doppelseitiges Schirmchen unter echokardiographischer Kontrolle in die Vorhofscheidewand implantiert, der die Kurzschlussverbindung dann verschließt. Diese Form der Therapie ist der alleinigen medikamentösen Therapie bei Patienten mit kryptogenem Schlaganfall eindeutig überlegen. Dieser Eingriff wird von unseren erfahrenen Kardiologen im Herzkatheterlabor durchgeführt. Bis das Schirmchen eingewachsen ist, muss eine Thrombozytenhemmung eingenommen werden. Bei einem ambulanten Kontrolltermin ca. 3 Monate später wird echokardiographisch die Dichtigkeit des Schirmchen geprüft.