Für die Prognose bei Diabetes entscheidend sind Herz- und Gefäßprobleme, die drei Viertel aller Patienten im Laufe der chronischen Erkrankung entwickeln. Das Risiko für Diabetiker, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden, ist im Vergleich zu Stoffwechselgesunden doppelt- bis vierfach erhöht.

Das diabetische Herz ist besonders anfällig, weil hohe Zuckerkonzentrationen die Gefäße schädigen. Das betrifft zum Beispiel die Herzkranzgefäße, die für die Blutversorgung im Herzmuskel verantwortlich sind. Bei Diabetes kommt es verstärkt zur Bildung von kalkartigen Ablagerungen, den so genannten Plaques. Die Gefäßverkalkung, Arteriosklerose genannt, schreitet beschleunigt voran. Die Gefäßwände sind weniger elastisch, das "süße" Blut ist klebrig. Die Blutplättchen (Thrombozyten) können so eher verklumpen und die Gerinnungsneigung steigt. Dadurch wächst die Gefahr, dass Gerinnsel entstehen, die wie Pfropfen Gefäßverschlüsse auslösen und ein lebensbedrohliches Ereignis wie den Infarkt provozieren.

Diabetes führt auch zu Veränderungen der myokardialen Binnenstruktur mit Einschränkung der hämodynamischen Leistungsfähigkeit. Entzündungsprozesse (Steatosis cordis) werden gefördert. Der Energiestoffwechsel im Herzen ist gestört. Die Bandbreite der kardialen Krankheitsbilder bei Patienten mit Diabetes reicht von Koronarer Herzkrankheit (KHK) über diabetische Kardiomyopathie bis zu Vorhofflimmern (VHF) und Herzinsuffizienz (HI).

Diagnostik und Therapie

  • Risikoabschätzung und Diagnostik mit nichtinvasiven Verfahren: Doppler-, Duplex-, Triplex-Sonographie, EKG, Echokardiographie, Ergometrie, elektrophysiologische Untersuchungen
  • Bildgebende und interventionelle Diagnostik: Myokardszintigraphie, Computer-Tomographie (CT), Messung Koronarkalk, Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT), Stress-MRT, Positronen-Emissions-Tomographie (PET), CT-/ MR-Angiographie (in Kooperation mit Nuklearmedizin und Kardiologie HDZ NRW)
  • Multimodale Risikofaktoreneinstellung mit medikamentöser Therapie (Diabetes mellitus, Blutdruck, Lipidstoffwechsel, Gerinnung usw.)
  • Empfehlungen zur Modifikation des Lebensstils (Ernährung, Bewegung)
  • Prä-, peri- und postoperatives Stoffwechselmanagement und Glukoseüberwachung mittels Telemetrie (konsiliarisch bei Patienten der Herzchirurgie und Kardiologie HDZ NRW)
  • Interventionelle und chirurgische Therapie nach gemeinsamer Entscheidung von Diabetologie, Endokrinologie, Herzchirurgie und Kardiologie HDZ NRW: Ballon-Dilatation, Stent-Implantation, Schrittmacherimplantation (ICD, CRT-D), Koronar-Venen-Bypass (auch Off-Pump-Chirurgie), TAVI (Transkatheter Aortenklappenimplantation)

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