Unser Herz im Sommer
Herzpatienten sollten an heißen Sommertagen ganz besonders auf ihre Flüssigkeitszufuhr achten. Darüber informieren Sie unsere Experten aus der HDZ-Kardiologie. Aber Vorsicht bei Herzschwäche!
Bei großer Hitze steuert die sogenannte Thermoregulation über einen Mechanismus, der im Hirnstamm ausgelöst wird, eine vermehrte Schweißbildung. Der Schweiß erzeugt Verdunstungskälte. Außerdem werden die Blutgefäße weit gestellt, um Wärme vom Körperinneren nach außen abzugeben. Das führt allerdings dazu, dass im zentralen Kreislauf weniger Blut zirkuliert. Die Folge können Müdigkeit, Schwindel oder Kopfschmerzen sein. Im schlimmsten Fall droht ein Kreislaufzusammenbruch.
Wichtig ist es bei bekannter Herzleistungsschwäche auf eine Salzreduktion zu achten, da Salz Wassereinlagerungen im Körper begünstigt und somit das ohnehin geschwächte Herz weiter belastet werden würde.
Grundsätzlich sollte man daher an heißen Sommertagen die starke Mittagssonne meiden. Um das Herz weniger zu belasten, ist es ratsam, körperliche Aktivitäten auf die kühleren Tageszeiten am Morgen oder Abend zu verlegen. "Wer gesund ist, sollte viel trinken, am besten Mineralwasser oder ungesüßte Säfte", rät Privatdozent Dr. Frank van Buuren, Oberarzt in der Klinik für Kardiologie am HDZ NRW. Vorsicht sei allerdings geboten für Patienten, die an einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz) leiden: "Bei 100 Kilogramm Körpergewicht benötigt der Körper mindestens 1,2 Liter Wasser täglich zur Regelung der Körpertemperatur und um die Schleimhäute feucht zu halten", erläutert der Experte. Um auch noch Flüssigkeit zur Entgiftung des Körpers durch die Nieren zu haben, ist also eine tägliche Trinkmenge von 1,7 - 2,0 Liter empfehlenswert.
Bei Herzschwäche sollte man auch im Sommer mehr als 2 Liter täglich nur in Absprache mit dem Arzt trinken. Das gelingt, wenn die Trinkmenge über den Tag dosiert und nicht alles auf einmal eingenommen wird. Eine besondere Bedeutung kommt der täglichen Gewichtskontrolle zu. Kurzfristige Gewichtszunahmen von mehr als einen Kilogramm pro Tag haben natürlich nichts mit Körperfett zu tun, sondern können auf eine Wassereinlagerung hindeuten. In solchen Fällen sollte dann kurzfristig ein Arzt aufgesucht werden.