Die meisten der geplanten Bypass-Operationen können dank der schonenden OPCAB-Methode mit einem Stabilisator ohne Herz-Lungen Maschine durchgeführt werden.
Behandlung
Der Herzmuskel wird über die Herzkranzgefäße (Koronararterien) mit Sauerstoff und wichtigen Nährstoffen versorgt. Diese Gefäße entspringen direkt aus der Hauptschlagader (Aorta). Kommt es durch Ablagerungen zu Verengungen oder Verschlüssen dieser Gefäße, spricht man von einer koronaren Herzkrankheit. In schweren Fällen kann dies zu einem Herzinfarkt führen.
Wenn Medikamente oder andere Behandlungen nicht mehr ausreichen, kann eine Bypass-Operation notwendig werden. Dabei wird die Durchblutung des Herzmuskels durch einen Umgehungskreislauf wiederhergestellt.
Welche Gefäße werden für den Bypass verwendet?
Für die Bypass-Operation kommen körpereigene Gefäße zum Einsatz:
- Venen aus dem Bein (meist aus dem Unterschenkel), offen oder minimalinvasiv entnommen
- Brustwandarterien (linke und rechte innere Brustarterie)
Die Brustwandarterien bieten dabei entscheidende Vorteile:
- deutlich längere Haltbarkeit im Vergleich zu Venen
- bessere Langzeitergebnisse
- positiver Einfluss auf die Lebenserwartung
Daher werden im HDZ NRW in etwa der Hälfte der Operationen beide Brustwandarterien verwendet.
Moderne Operationsverfahren für mehr Sicherheit
Durch den Einsatz moderner Techniken kann die Belastung für den Körper weiter reduziert werden:
- Verwendung beider Brustwandarterien ohne Anschluss an die Hauptschlagader
- Vermeidung von Manipulationen an der Aorta
- Einsatz spezieller Anastomosensysteme (z. B. PasPort) bei Verwendung von Venen
Diese Strategien tragen dazu bei, das Risiko für Komplikationen deutlich zu senken. Insbesondere kann das Schlaganfallrisiko während der Operation auf unter 1 % reduziert werden.
Volle Leistung für das Herz: Die Bypass-Operation
Der Aufklärungsfilm zeigt, wie Bypässe durch einen operativen Eingriff am Herzen angelegt werden.
Bypass-OP ohne Herz-Lungen Maschine
In über 80 % der Fälle kann im HDZ NRW auf den Einsatz der Herz-Lungen-Maschine verzichtet werden. Das Herz wird dabei nicht stillgelegt, sondern schlägt während der Operation weiter (sogenannte Off-Pump- oder OPCAB-Methode).
Ein besonderer Vorteil dieser Methode:
- geringeres Risiko für Schlaganfälle
- reduzierte Sterblichkeitsrate
- schonendere Behandlung, besonders für ältere und schwer erkrankte Patientinnen und Patienten
Diese Eingriffe sind in vielen Fällen auch bei Notfall-Bypass-Operationen möglich.
Damit die Bypässe präzise eingesetzt werden können, kommen kleine Überbrückungsschläuche (Shunts) zum Einsatz. Sie sorgen dafür:
- dass die Durchblutung während der Operation erhalten bleibt
- für eine gute Sicht während des Eingriffs
- für eine hohe Qualität der Gefäßverbindungen
Falls die OPCAB-Methode nicht geeignet ist, steht selbstverständlich weiterhin die bewährte Herz-Lungen-Maschine zur Verfügung. Nach der Operation erfolgt in der Regel:
- eine eintägige Überwachung auf der Intensivstation
- anschließend eine ein- bis zweiwöchige Behandlung auf der Normalstation
- danach meist die Verlegung in eine Rehabilitationsklinik oder ein weiterbehandelndes Krankenhaus
Weiterführende Informationen
Ansprechpartner Bypass-Operation

PD Dr. med. Marcus-André Deutsch
Oberarzt, OP
Leitung Aortenchirurgische Ambulanz
Leitung Station A-1.0
PatienteneinbestellungmehrTel.: 05731 97-1331
Fax.: 05731 97-1820
E-Mail.: mdeutsch@hdz-nrw.de
