Das Persistierende Foramen ovale (PFO) ist ein Überbleibsel des embryonalen Kreislaufs und stellt eine Verbindung zwischen rechten und linken Vorhof des Herzens dar. An sich ist dieser Befund bei vielen Menschen (ca. 25% der Menschen) nachweisbar und bedarf keiner Therapie. Es kann aber das Übertreten von Thromben aus dem Venensystem in den Systemkreislauf ermöglichen („paradoxe Embolie“) und so ursächlich sein für Schlaganfälle ansonsten unklarer Ursache („kryptogener Schlaganfall“) v.a. bei jüngeren Patienten unter 60 Jahren.
Daneben gibt es auch andere Indikationen zum Verschluss eines PFO so z.B. bei Tauchern mit erlittenen Dekompressionssymptomen, peripheren Embolien und in seltenen Fällen bei dem sogenannten „Platyspnea-orthodeoxia-Syndrom (POS)“. Bei Migränepatientinnen und -patienten mit therapierefraktärer Migräne kann man in Einzelfällen einen Verschluss diskutieren, obwohl die Studiendaten dazu bisher nicht eindeutig sind.
Für die Besprechung von Patientinnen und Patienten mit fraglicher Indikation oder widersprüchlichen Empfehlungen im Vorfeld bieten wir eine spezielle „PFO-Sprechstunde“ an, wo ausgewiesene Fachleute sie beraten und eine Einschätzung Ihnen und ihren behandelnden Ärztinnen und Ärztin geben können.
PFO & ASD | Diagnostik
Hinweise für eine Kurzschlussverbindung zwischen den beiden Vorhöfen kann der transkranielle Doppler mit Kontrastmittel-Gabe oder die transthorakale Echokardiographie mit Kontrastmittel geben. Allerdings kann die genaue Diagnose erst mit Hilfe der transösophagealen Echokardiographie (TEE) gestellt werden. Dabei kann auch festgestellt werden, ob zusätzlich ein „Vorhofseptumaneurysma“ oder zusätzliche kleine Defekte der Vorhofwand vorliegen. Die transösophageale Echokardiographie wird bei allen Patientinnen und Patienten mit kryptogenem Schlaganfall in der Akutphase empfohlen und in der Regel auch schon dort durchgeführt.
PFO | Therapie
Um das Risiko für erneute Schlaganfälle für Patientinnen und Patienten mit PFO zu minimieren, gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten:
- Eine dauerhafte medikamentöse Therapie (in der Regel Thrombozytenhemmung) oder
- ein katheterinterventioneller Verschluss des PFO.
Nach der Studienlage wird empfohlen, das PFO per Katheter zu verschließen, wenn die neurologische Ursachenabklärung keine andere Ursache gefunden hat. Bei diesem Eingriff wird über einen venösen Zugang in der Leiste unter örtlicher Betäubung und leichter Sedierung in der Regel ein doppelseitiges Schirmchen unter echokardiographischer Kontrolle in die Vorhofscheidewand implantiert, der die Kurzschlussverbindung dann verschließt. Der Eingriff dauert in der Regel nur wenige Minuten. Durch den Einwachsprozess der folgenden Wochen verschließt sich das PFO dann dauerhaft. Das Risiko des Eingriffs ist extrem niedrig, mögliche Komplikationen bestehen in seltenen Fällen (< 5%) in der vorübergehenden Häufung von Rythmusstörungen in den ersten sechs Wochen, die sich dann aber wieder zurückbilden.
Der PFO-Verschluss ist der alleinigen medikamentösen Therapie bei Patienten < 60 Jahren mit kryptogenem Schlaganfall in mehreren randomisierten Studien eindeutig überlegen. Der Eingriff wird von unseren erfahrenen Kardiologen im Herzkatheterlabor durchgeführt. Bis das Schirmchen eingewachsen ist, muss eine Thrombozytenhemmung eingenommen werden. Bei einem ambulanten Kontrolltermin, bei uns ca. drei Monate später, wird dann echokardiographisch die Dichtigkeit des Schirmchen geprüft.
ASD | Therapie
Bei einem angeborenem Defekt der Vorhofscheidewand (ASD II) liegt durch den dadurch verursachten Shunt zwischen den Herzkammern eine Mehrbelastung des rechten Herzens vor, die oft erst in den mittleren Lebensdekaden Symptome verursacht wie z.B. Herzrythmusstörungen oder Luftnot. Diese Defekte können heute in vielen Fällen - wenn sie anatomisch geeignet sind - durch die Schirmchenmethode verschlossen werden. Diese Technik wird seit Ende der neunziger Jahre in unserem Zentrum in hoher Zahl und Erfolgsrate und niedrigen Komplikationsraten angewandt und macht in vielen Fällen eine Herz-Operation unnötig.
Ansprechpartner PFO/ASD

Dr. med. Werner Scholtz
Oberarzt
Leitung Herzkatheterlabor Technik & Abläufe
HerzklappenzentrummehrTel.: 05731 97-1276
Fax.: 05731 97-1286
E-Mail.: wscholtz@hdz-nrw.de
PD Dr. med. Smita Scholtz
Oberärztin
Stellv. Leitung Herzklappenzentrum
Schwerpunkt: Interventionelle KardiologiemehrTel.: 05731 97-1276
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Dr. med. Maria Ivannikova
Oberärztin
Leitung Interventionelle EchokardiographiemehrTel.: 05731 97-1276
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