Bei einer oder mehreren offenen Stellen in der Wand zwischen den beiden Vorhöfen des Herzens spricht man von einem Atriumseptumdefekt (ASD) oder auch Vorhofseptumdefekt. Die Verbindung hat zur Folge, dass sich das Blut durchmischt und mehr Blut als nötig und normal in die Lunge fließen kann (sog. „Shunt“). Durch den vermehrten Blutfluss in der Lunge leiden die betroffenen Kinder teilweise vermehrt unter Atemwegsinfekten, Gedeihstörungen, das rechte Herz kann sich vergrößern und nach vielen Jahren auch ein Lungenhochdruck ausbilden.

Diagnose

Je nach Ausmaß der Symptome, Art, Position und Größe des Defekts und möglicher weiterer angeborener Herzfehlbildungen unterscheidet man mit Hilfe einer Ultraschalluntersuchung folgende fünf verschiedene Typen des Vorhofseptumdefektes :

  • Persistierendes Foramen ovale (PFO) - klein
  • Secundum-Typ (ASD II)
  • Primum-Typ (ASD I)
  • Sinus-venosus-Typ
  • Sinus-coronarius-Typ

Therapie

Kleinere Septumdefekte können sich im Laufe der ersten beiden Lebensjahre noch verschließen oder so stark verkleinern, dass eine Behandlung (wie auch beim PFO) nicht erforderlich ist. Bei größeren Defekten empfehlen die Leitlinien der Fachgesellschaften, diese frühzeitig zu verschließen. Das kann heute in den allermeisten Fällen mit einem Kathetereingriff erfolgen, indem ein kleines Schirmchen, ein Doppel-Schirmchen oder ein anderes Verschluss-System (Device) über dem Defekt entfaltet wird und das Loch dauerhaft verschließt. Den Katheterspezialisten steht dazu heute eine Vielzahl von entsprechenden Verschluss-Systemen zur Verfügung und die Empfehlung ist es, den Eingriff bis zum Schulalter durchzuführen. Bei erwachsenen Patienten kann dieses zu jeder Zeit bis ins hohe Alter erfolgen.

Die Implantation der Devices ist generell ein sicheres Therapieverfahren, mit dem Verschlussraten von mehr als 95 Prozent erzielt werden können. Wir überblicken weltweit mehr als 400.000 Implantationen und haben am HDZ NRW mehr als 20 Jahre Erfahrung.

Am HDZ NRW wird die Intervention grundsätzlich ultraschallgesteuert mit allen verfügbaren Schirmen durchgeführt und nur sehr selten überhaupt dazu noch Röntgenstrahlen verwendet. Der stationäre Aufenthalt beträgt etwa drei Tage. Der Eingriff erfolgt unter Sedierung und nicht in Vollnarkose.

Die Entscheidung, welches Device bei der Behandlung zu wählen ist, hängt maßgeblich von individuellen Situation und der Art des Defektes ab. Neben den allgemeinen anatomischen Gegebenheiten spielen vor allem die Größe, die Defektanzahl und die Lage des Defektes eine wichtige Rolle.

Bei den drei Unterformen Primum-, Sinus-venosus- und Sinus-coronarius-Typ ist eine Operation am offenen Herzen momentan erforderlich, die von der Klinik für Kinderherzchirurgie und angeborene Herzfehler durchgeführt wird. Der Chirurg verschließt Defekte in der Scheidewand zwischen den Vorhöfen dann mit einem sogenannten Patch, das ist ein kleiner Gewebelappen. Bei diesen Defekten sollten vorher auch alle Lungenvenen auf einen normalen Anschluss an den linken Vorhof hin überprüft werden.

Aussichten

Die Langzeitprognose nach einem behandelten Vorhofseptumdefekt ist sehr gut. Der Schirm wächst im Herzen innerhalb von vier bis zwölf Monaten ein und bleibt als Stütze lebenslang im Patienten. Bis zu diesem Einheilen ist daher meistens über sechs Monate eine Blutplättchenhemmung/ Blutverdünnung notwendig.

In aller Regel sind die Patienten nach wenigen Wochen/Monaten wieder besser bzw. normal belastbar, die Rechtsherzvergrößerung normalisiert sich schnell und die Symptome sind rückläufig. Mitunter können nur zu Anfang i.R. der Einheilung Herzstolpern/Herzrhythmusstörungen auftreten.

Es empfehlen sich nach der Behandlung weiterhin regelmäßige kardiologische Kontrollen zuerst in engeren und dann in größeren Abständen (z.B. alle 1-2 Jahre) durchzuführen.

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