Forum für die Sinne - Kunst und Kultur in der Klinik

Im Herz- und Diabeteszentrum NRW ist die Idee verwirklicht worden, Medizin und Kultur miteinander zu verbinden und ein Forum für aktuelle Kunst zu schaffen.

Dahinter steht die Auffassung, dass eine angenehme Umgebung und der Austausch mit der Kunst den Heilungsprozess unterstützen, die Kommunikation fördern  und neue Blickwinkel auf Ungewohntes eröffnen.

Daher präsentiert das Klinikum an der Georgstraße regelmäßig anspruchsvolle Ausstellungen international anerkannter Künstler ebenso wie von Kunstschaffenden der Region.

Die Kunstausstellungen werden begleitet von wechselnden Musikveranstaltungen, Lesungen und Info-Nachmittagen zu Gesundheitsthemen, zu denen nicht nur Patienten und Angehörige, sondern auch Gäste, Besucher und Interessierte herzlich eingeladen sind.

Kommende Ausstellung

Erik Schmidt - Folge den Markierungen
vom 2. Mai bis zum 2. September 2019 im HDZ NRW

Öffnungszeiten der Ausstellung:
Montag - Freitag von 8.00-18.00 Uhr
Samstag/Sonntag von 8.00-14.00 Uhr
Der Eintritt ist frei.

Erik Schmidt – Folge den Markierungen

Mit seinen Straßenszenen, Landschafts-, Jagd- und Reisebildern gehört der aus Herford stammende Künstler Erik Schmidt (*1968) zu den wichtigen Malern unserer Zeit, der seine Werkserien immer wieder auch mit aufwendigen Videoprojekten verbindet. Die Ausstellung "Erik Schmidt - Folge den Markierungen" (02.05. - 02.09.2019) ist das erste Gemeinschaftsprojekt im Kunst und Kulturforum des Herz- und Diabeteszentrums NRW in Bad Oeynhausen mit dem Museum Marta Herford, das die Ausstellung verantwortet. Rund 30 Werke sind im Rahmen dieser Einzelpräsentation zu sehen, die ein neues Kapitel für das HDZ in seinem langjährigen Engagement für die Kunst markiert.

"Erik Schmidt ist ein Künstler, der sich in seinem malerischen und filmischen Werk immer wieder mit dem Thema Erkrankung und Heilung im wörtlichen wie im übertragenen Sinne beschäftigt hat. Seine Bilder ergeben an diesem ungewöhnlichen Ausstellungsort nicht nur besonderen Sinn, sondern sie eröffnen hier auch einen höchst anregenden und erhellenden Dialog."

Im Zentrum der Ausstellung stehen überwiegend Malereien aus drei großen Zyklen. Die von seinem Tokio-Aufenthalt (ab 2016) inspirierten Bilder zeigen vor allem Einzelpersonen wie isoliert aus den Menschenströmen auf der Straße und in den U-Bahnen oder den Blick zum den Himmel in die chaotisch schöne Struktur aus Kabeln, Lampen und Stromkästen der großstädtischen Versorgungseinrichtungen. Die aus seiner Zeit in New York rührenden Werke (ab 2012) wiederum spiegeln die Demonstrationen und Besetzungen der Occupy-Bewegung, in die er eintaucht ohne wirklich Teil von ihr zu sein und damit eine Ästhetik des Spektakels bewusst unterläuft. In seinen jüngsten Malereien widmet er sich den Straßenzügen und Häusern in Berlin (ab 2018), die sowohl durch ihre Größe als auch durch die raffinierte Kombination aus gedrucktem Foto und pastosem Farbauftrag fesseln. Die kippenden Luftperspektiven auf Straßenschluchten und Wohnblöcke greifen bewusst die Bildproduktion von Drohnenflügen auf.

Nach seinem Studium in Hamburg und Berlin sorgte Erik Schmidt schon bald mit seiner ungewöhnlichen Malerei für Aufmerksamkeit. Alle Gemälde entstehen grundsätzlich nach eigenen Fotografien, die Schmidt in reine Malerei übersetzt oder aber neuerdings auch direkt übermalt. Damit verwebt sich seine Malerei unauflöslich mit dem Fotodruck und lässt Bilder entstehen, bei denen Grundierung, Farbauftrag und ausblutende Ölspuren zu einem neuen Ganzen finden. Seine Werke sind geprägt von einem kräftigen, gestischen Farbauftrag, während sich seine Motive oft erst im Auge des Betrachters zusammenfügen - aus der Nähe stehen eher die einzelnen Farbsetzungen als abstrakte Strukturen im Vordergrund. Neben seiner Malerei hat Schmidt immer auch an Filmprojekten gearbeitet. Die von ihm selbst dargestellten Hauptfiguren sind darin oft auf der Suche nach Sinn und Struktur in einer fremd erscheinenden Alltagswelt.

Die Ausstellung im Herz- und Diabeteszentrum ist zugleich der aufsehenerregende Auftakt einer längerfristig geplanten Zusammenarbeit mit dem Museum Marta Herford. Damit wird das langjährige Engagement des HDZ im Bereich Kunst und Kultur engagiert weitergeführt, um auch nach außen sie hier gelebte Auffassung sichtbar zu machen, dass eine anregende Umgebung und der Austausch mit der Kunst den Heilungsprozess unterstützen, die Kommunikation fördern und neue Blickwinkel eröffnen kann.

Zeitgenössische Kunst von Anfang an

Viele große Namen haben bereits im  Herz- und Diabeteszentrum NRW ausgestellt. Eine der wohl bekanntesten Jungen Wilden, Elvira Bach, präsentierte kraftvolle Frauenbildnisse unter dem Motto „Kinder, Küche und Kunst“. Der Maler Henning Kürschner zeigte Arbeiten, die einen wichtigen Beitrag zur figurativen Malerei unserer Zeit darstellen.
Wie unterschiedlich die zeitgenössischen Positionen in der Kunst sein können, demonstrierten die Arbeiten Rudolf Schoofs aus der Sammlung Fritz Walter, der Bilderzyklus „Himmel, Hölle, 1,2,3 – Briefe an Ovid“ von Hans Sieverding und die großformatigen, monochromen Leinwände sowie die Fotoserie „Kairo“ von Bernd Damke. Neben monografischen Ausstellungen bereicherten Themenausstellungen wie „Auf den Hund gekommen – Von Menschen und Tieren“, Erzählungen über die Dinge des Lebens – Kunst aus Australien, die „Reise(n) ins Herz“ oder von „Barlach bis Baselitz – Aspekte zeitgenössischer Kunst im 20. Jahrhundert“ das Kunstforum. Gemeinsam mit dem Deutschen Märchen- und Wesersagenmuseum, der Volkshochschule und der evangelischen Altstadtgemeinde Bad Oeynhausen wurden in der Ausstellung „Engelhaftes“ künstlerische Positionen zur Ikonographie der Engel und deren Kulturgeschichte präsentiert. In jüngster Zeit waren der Bad Oeynhausener Künstler Bernhard Sprute, Naturbildnisse von Heiner Geisbe, bunte Universen von Henning Rethmeier und farbprächtige Welten Hartmut Neumanns im HDZ NRW zu bewundern.

Das Kunstforum ist täglich geöffnet von 9.00 – 19.00 Uhr, der Eintritt ist frei. Kataloge zu den Ausstellungen sind am Empfang zu erhalten, solange der Vorrat reicht.


Bisherige Ausstellungen

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