– Pflege

Spezialisierte Pflegeexpertise im Wundmanagement

Auf jeder Station der Thorax- und Kardiovaskularchirurgie, Kardiologie sowie Diabetologie/Endokrinologie arbeitet mindestens eine Wundexpertin oder ein Wundexperte.


Im Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW), Bad Oeynhausen, ist die Wundheilung ein zentrales Thema im Pflegealltag – besonders bei älteren und chronisch kranken Menschen. Um Patientinnen und Patienten mit akuten und chronischen Wunden oder Wundheilungsstörungen bestmöglich zu versorgen, setzt das Klinikum auf jeder Station der Kliniken für Thorax- und Kardiovaskularchirurgie, Kardiologie, Diabetologie und Endokrinologie mindestens eine speziell im Wundmanagement weitergebildete Pflegefachkraft ein.

Melanie Bölling und Celina Gießelmann haben eine zweimonatige Weiterbildung zur Wundexpertin absolviert. Die Qualifizierung umfasst 56 Theoriestunden, eine abschließende Prüfung, eine Hospitation in einem anderen Krankenhaus sowie eine Facharbeit. Die Kosten für die Weiterbildung trug das HDZ NRW. Um die Expertise auf dem aktuellen Stand zu halten, werden jedes Jahr zusätzliche Fortbildungsstunden wahrgenommen.

„Ältere und kranke Menschen sind leider besonders anfällig für Wundheilungsstörungen, Infektionen und chronische Wunden“, erläutert Melanie Bölling. Auf der kardiologischen Intensivstation, auf der sie arbeitet, steht die Erstversorgung im Fokus: „Unsere Patientinnen und Patienten leiden häufig an einem diabetischen Fußsyndrom oder einem offenen Bein aufgrund einer Venen- oder Arterienschwäche (Ulcus cruris). Ein besonderes Augenmerk gilt auch neu aufgenommenen Patienten, die eine solche Problematik oder ein Druckgeschwür (Dekubitus) zusätzlich zu ihrer Herzerkrankung mitbringen. Wir bereiten sie auf die Weiterbehandlung auf einer Normalstation vor.“

Theorie, Praxis, Wund-AG

Jede Wunde wird samt ihrer Begleiterscheinungen detailliert dokumentiert. Melanie Bölling stimmt die weitere Versorgung – etwa die Wahl geeigneter Wundauflagen und Verbände – eng mit dem stationären Pflegeteam ab und erläutert Betroffenen sowie Angehörigen die empfohlene Vorgehensweise. „Im Alltag der Intensivpflege geht es uns vor allem darum, erste Handlungsempfehlungen zu geben und den bestmöglichen Weg zu finden, um die Wundheilung anzuregen.“

Ihre Kollegin Celina Gießelmann arbeitet auf der gefäßchirurgischen Normalstation. Hier stehen grundsätzliche Fragen der Wundversorgung und der Weiterversorgung im Vordergrund. Besonders wichtig ist ihr die Zusammenarbeit im Team: „Ohne Austausch bei individuellen und manchmal auch sehr komplexen Fragestellungen geht es nicht.“

Beide Wundexpertinnen schätzen es, ihr zusätzlich erworbenes Spezialwissen auf ihren Stationen besonders einbringen und dem Thema gezielt Zeit widmen zu können. „Chronische Wunden, infizierte Wunden oder Wundheilungsstörungen bei postoperativen Wunden beeinträchtigen den Genesungsverlauf und können ernste Komplikationen bedeuten. Hier gilt es, frühzeitig und sorgfältig zu reagieren, um mögliche Risiken klein zu halten.“

Aus diesem Grund treffen sich alle im HDZ NRW tätigen Wundexpertinnen und Wundexperten regelmäßig mit ihrer Supervisorin Janine Koch-Grabowski, Leiterin der Wund-AG. 
Koch-Grabowski hat einen Masterstudiengang „Advanced Nursing Practice (ANP)“ erfolgreich abgeschlossen und ebenfalls berufsbegleitend die zusätzliche zweimonatige Wundmanagement-Qualifikation absolviert. Ihre Aufgabe ist es, klinische Erfahrung und wissenschaftliche Expertise miteinander zu verbinden. Sie koordiniert Austausch und Schulungen zu empfohlenen Pflegestandards, aktuellen Leitlinien und besonderen Behandlungskonzepten. Auch Fallbesprechungen stehen auf dem Programm.

„Wir profitieren hier alle voneinander“, sagt Janine Koch-Grabowski. „Das macht es auch so schön, in einem gemeinsamen Team eine sinnvolle Aufgabe zu verfolgen. Denn letztlich liegt uns allen eine sich stetig verbessernde und hochwertige Patientenversorgung am Herzen.“

 

Hintergrundinformation:

Eine schlechte Wundheilung (Wundheilungsstörung) bedeutet, dass sich eine Wunde nicht wie erwartet schließt. Mögliche Ursachen reichen von lokalen Einflüssen bis hin zu inneren Erkrankungen. Häufige Formen sind das diabetische Fußsyndrom, Dekubitus und Ulcus cruris. Von einer chronischen Wunde spricht man in aller Regel, wenn die Verletzung trotz Behandlung nach acht bis zwölf Wochen nicht heilt. Diabetes mellitus, Durchblutungsstörungen oder Venenschwäche zählen zu den Faktoren, die den Wundheilungsprozess erheblich beeinträchtigen können. Neben der Behandlung der Grunderkrankung zählen eine adäquate Wundpflege, Druckentlastung sowie verschiedene Spezialtherapien wie Vakuumtherapie oder Kompression zu den empfohlenen Behandlungsmöglichkeiten.



Weitere Informationen:

Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen
Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum
Medizinische Fakultät OWL (Universität Bielefeld)
Unternehmenskommunikation
Leitung: Anna Reiss, Pressesprecherin (V.i.S.d.P.)
Georgstr. 11
32545 Bad Oeynhausen
Tel. 05731 97-1955
Fax 05731 97-2028
E-Mail: info@hdz-nrw.de

 

Drei Pflege-Expertinnen für Wundmanagement im HDZ NRW: (v.l.) Celina Gießelmann, Janine Koch-Grabowski und Melanie Bölling (Foto: Finn Lehrke).

Informationsdienst Wissenschaft

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