Bad Oeynhausen,
„Ich bin PP auf der C minus Eins Null“
Jede Arbeitswelt hat ihre eigene Sprache. Eine Abkürzungsliste („Aküli“) für Pflegende am Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW), Bad Oeynhausen, vermittelt die wichtigsten Begriffe, die neue Kolleginnen und Kollegen kennen sollten. Dazu zählt auch die prozessverantwortliche Pflege – kurz „PP“. Gemeint ist ein modernes, patientenorientiertes Bezugspflegesystem, das am HDZ NRW auf allen Stationen umgesetzt wird und sich bewährt hat.
Pia-Carolin Bornmann und Giada Pizzo arbeiten als prozessverantwortlich Pflegende (PP) in einem interdisziplinären Team auf der Kinderstation und der Kinderintensivstation im Zentrum für angeborene Herzfehler/Kinderherzzentrum am Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW), Bad Oeynhausen. „Von der Aufnahme bis zur Entlassung übernehmen wir die Verantwortung für den gesamten Pflegeprozess unserer Patientinnen und Patienten während ihres Aufenthalts“, beschreiben sie ihre Aufgaben.
„Auf unserer Station C1.1 betreuen wir Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit besonderem Pflegebedarf“, erläutert Pia-Carolin Bornmann, die seit mehr als zehn Jahren hier tätig ist. Die Einführung der prozessverantwortlichen Pflege in der Klinik für Kinderkardiologie hat die 35-Jährige sehr positiv erlebt: „Ich habe mich damals direkt beworben und es nie bereut.“ Durch das Konzept sei mehr individuelle Zuwendung möglich. Patientinnen, Patienten und Angehörige haben eine feste Ansprechpartnerin, die sich auch teamübergreifende Belange kümmert – von der Planung über die Steuerung bis zur Bewertung des Genesungsprozesses. Davon profitieren nachweislich Menschen aller Altersstufen und mit unterschiedlichsten Krankheitsbildern. „Das zeigt sich auch im vielen positiven Feedback. Genau das macht gute Pflege aus, besonders bei unseren kleinen Patientinnen und Patienten. Deshalb wollte ich schon immer Kinderkrankenschwester werden.“
„Ich wollte schon immer Kinderkrankenschwester werden“
Inzwischen arbeiten fünf PP auf der Kinderstation. Auf der Intensivstation für Kinder, der Station C-1.0 sind weitere sechs Pflegefachpersonen als PP tätig. „Wir tauschen uns regelmäßig aus, zum Beispiel bei Verlegungen, um wichtige Informationen zur Pflegeanamnese, Pflegeplanung oder individuellen Fragestellungen weiterzugeben“, erläutert Giada Pizzo, die wie ihre Kollegin regelmäßige hausinterne Fortbildungsangebote nutzt. Eine entsprechende hausinterne Qualifizierung – oder auch eine Fachweiterbildung oder ein Bachelorabschluss in Kombination mit mehrjähriger Berufserfahrung - sind Voraussetzungen, um sich im HDZ NRW als PP zu bewerben. Die 29-Jährige arbeitet seit sechs Jahren auf der Kinderintensivstation im HDZ NRW, seit drei Jahren in der Rolle der prozessverantwortlich Pflegenden.
Welche Eigenschaften sollte eine gute PP mitbringen? „Man sollte in der Lage sein, eine vertrauensvolle zu Patientinnen, Patienten und Angehörigen aufzubauen und gleichzeitig professionell zu handeln. Außerdem ist Freude am Austausch mit allen am Pflegeprozess Beteiligten wichtig“, sagt Giada Pizzo. „Wir arbeiten eigenständig, familienorientiert und gleichzeitig sehr kommunikativ - immer mit dem Ziel, den Aufenthalt im Klinikum so angenehm wie möglich zu gestalten.“ Ihr Job in drei Wörtern? Da muss Giada Pizzo nicht lange überlegen: „Patientenorientiert, individuell und erfüllend.“
Weitere Informationen:
Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen
Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum
Medizinische Fakultät OWL (Universität Bielefeld)
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