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Juri Knorr: Bestnote nach Herz-Check

Nach überstandener COVID-19-Erkrankung und dem jüngsten Herz-Check im HDZ NRW läuft bei Handballer Juri Knorr wieder alles in der Spur. Er will mit zur Weltmeisterschaft.

Die Erleichterung ist Juri Knorr anzumerken, als Dr. Klaus-Peter Mellwig grünes Licht gibt. „Alle Vor- und Laboruntersuchungen waren ja okay, es gab eigentlich keine Hinweise darauf, dass die Infektion Schäden an meinem Herzen verursacht haben könnte.“ Aber dann liegt man da über eine Stunde lang in der Röhre und der Kopf schaltet sich ein. Was wäre, wenn doch…

Und natürlich wollten die Herzspezialisten am Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW), Bad Oeynhausen, wie auch Trainer Frank Carstens und Frank von Behren, Geschäftsführer Sport bei Handball-Bundesligist GWD Minden, auf Nummer Sicher gehen. „Wir wissen einfach noch zu wenig über die Spätfolgen der COVID-19-Erkrankung“, sagt Sportkardiologe Dr. Klaus-Peter Mellwig, erfahrener Oberarzt der Uniklinik für Allgemeine und Interventionelle Kardiologie/Angiologie unter der Leitung von Prof. Dr. Volker Rudolph. Einer aktuellen Studie zufolge fanden sich nach überstandener Erkrankung bei über 70 Prozent der Untersuchten Auffälligkeiten am Herzen, bei über 60 Prozent sogar Hinweise auf eine Herzmuskelentzündung. Für Leistungssportler wie den 20-jährigen GWD-Spielmacher Juri Knorr, Nachwuchstalent im Kader der Deutschen Nationalmannschaft, würde eine solche Diagnose die rote Karte bedeuten. Aus wäre der Traum von der Handball-WM.

Aber gut. Jetzt darf weitergeträumt werden. Mit der MRT-Untersuchung seines Herzens ist man am HDZ NRW sogar noch über die entsprechenden Empfehlungen des Verbands hinausgegangen. Die Magnetresonanztomographie, die hier im Institut für Radiologie und Molekulare Bildgebung bei Prof. Dr. Wolfgang Burchert durchgeführt wurde, hat das Herz von Juri Knorr in magnetischen Wechselfeldern aufgenommen, in Schnittbildern errechnet und dreidimensional dargestellt. Das ist aufwändig und dauert leider etwas länger, nicht zuletzt, weil Juri einen Ruhepuls von nur 46 Schlägen hat.

Dr. Andreas Peterschröder begutachtet insbesondere die Herzwände und sucht nach Hinweisen auf einen akuten Infekt. Und findet in der Herzfunktion laut MRT am Ende bestätigt, was Dr. Mellwig bereits über Labor, Ultraschall, Funktions- und Leistungstest diagnostiziert hat: „Juri Knorr zeigt aktuell keine Folgeschäden nach COVID-19.“

Die Sportkardiologie am Herz- und Diabeteszentrum NRW hat eine lange Tradition. Um gebündelt Erfahrungen zu den Auswirkungen der Pandemie auf den Leistungssport zu sammeln, beteiligen sich die Mediziner am Aufbau eines bundesweiten Registers, das an der Universität Tübingen in Kooperation mit dem NRW-Leistungssportzentrum über Prof. Dr. Claus Reinsberger von der Universität Paderborn erstellt wird. „Das HDZ NRW macht dabei als lizensiertes Untersuchungszentrum des Landessportbunds mit“, berichtet Dr. Mellwig.

Und Kaderathlet Juri Knorr darf Hoffnung schöpfen. Am 21. Dezember wird der Deutsche Handballbund wohl mitteilen, welche 20 Spieler letztlich mit zur WM nach Ägypten fahren. Nach der Absage von Patrick Wiencek und Fabian Wiede sowie den verletzungsbedingten Ausfällen von Franz Semper und Tim Suton würde der 20-jährige Youngster alles geben, um zum Shooting-Star der WM zu werden. Noch dazu mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit, vorerst immun gegen das SARS-CoV-2-Virus zu sein. Diesen Nachweis über vorhandene Antikörper hätte er dann sogar schriftlich im Gepäck.


 

Weitere Informationen:

Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen
Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Leitung: Anna Reiss
Georgstr. 11
32545 Bad Oeynhausen
Tel. 05731 97-1955
Fax 05731 97-2028
E-Mail: info@hdz-nrw.de

 

Handballer Juri Knorr und Kardiologe Dr. Klaus-Peter Mellwig vor dem MRT-Gerät im Herz- und Diabeteszentrum NRW, Bad Oeynhausen (Foto: Marcel Mompour).

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