Welche Erkrankungen können mit der PET diagnostiziert werden?

Am Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen werden bei gegenwärtig noch steigender Tendenz im Jahr ca. 1000 PET-Untersuchungen durchgeführt. Den größten Anteil stellt dabei naturgemäß die bei herzkranken Patienten notwendige Diagnostik vor herzchirurgischen Operationen und Herzkatheter-Eingriffen dar. In der Mehrheit leiden sie an der Koronaren Herzkrankheit also an Verengungen in den großen Herzkranzgefäßen.

Von einer Wiederherstellung der Durchblutung mit Bypässen und Ballonweitung profitieren dabei überwiegend jene Patienten, die in den betroffenen Abschnitten des Herzmuskels noch keine Herzinfarktnarben aufweisen. Gleichzeitig ist es häufig sinnvoll, im Falle von grenzwertigen Verengungen ihre Bedeutsamkeit hinsichtlich einer Mangeldurchblutung zu beweisen.

Liegen mehrere Engstellen vor, ist eine Reihenfolge für ihre Behandlung festzulegen und gegebenenfalls der Behandlungserfolg auf nicht-invasivem Wege zu beurteilen. Routinemäßig dient dem bereits eine Stoffwechsel- bzw. Durchblutungsuntersuchung am Herzmuskel mit Hilfe der PET. Sie stellt in den genannten Fällen den Goldenenen Standard im Vergleich mit anderen nicht-invasiven Methoden dar. Bevor es jedoch zur Ausbildung von Engstellen in den großen Herzkranzgefäßen kommt, liegt ursächlich meist eine Störung des Fettstoffwechsels mit erhöhten Cholesterinwerten im Blut vor. Häufig liegt hierzu eine familiär auftretende Veranlagung vor. Nicht selten haben diese Patienten auch Beschwerden, ohne daß im Herzkatheterbefund Verengungen in den großen Gefäßen eine Erklärung hierfür bieten würden. Bei der herkömmlichen Myokardszintigraphie werden ebenfalls nicht immer regionale Durchblutungsstörungen nachgewiesen. Eine Untersuchung der Durchblutungsverhältnisse mit der PET beweist jedoch bei den meisten dieser Menschen bereits eine gestörte Blutzirkulation in den kleinen Gefäßen. Eine langfristige medikamentöse Behandlung mit einem blutfettsenkenden Medikament (Lipidsenker) in Verbindung mit einer cholesterinarmen Diät bewirkt in diesen Fällen eine Besserung der Beschwerden.

Im Rahmen einer am Herz- und Diabeteszentrum durchgeführten klinischen Studie konnte mit Hilfe der PET ebenfalls eine Verbesserung der Mikrozirkulation bei den erfolgreich behandelten Patienten bewiesen werden. Die PET ist somit hilfreich bei der Auswahl derjenigen Patienten, die für eine zumeist lebenslange Behandlung mit Lipidsenkern in Frage kommen.

Außerdem besteht am Herz- und Diabeteszentrum die Erfahrung mit der langfristigen Nachbeobachtung der über 1.350 am Hause herztransplantierten Menschen. Hierzu gehört auch der Einsatz der PET bei der Früherkennung von Immunreaktionen, die am transplantierten Herzen zu Durchblutungsstörungen führen können. Sie gewinnt dabei potentielle Bedeutung für die Planung der Immunsupression und die Vermeidung von Herzkatheter-Untersuchungen bei diesen Patienten.

Zahlreiche Behandlungsansätze des Zentrums beschäftigen sich mit der Überbrückung und Behandlung der Herzschwäche (Herzinsuffizienz) bei fortgeschrittenen Herzerkrankungen. Eine Rolle spielen dabei neben der medikamentösen Therapie (z. B. mit ACE-Hemmern) auch die Einpflanzung von Herzschrittmachern oder Pumpensystemen („Kunstherz“). Im Rahmen der therapiebegleitenden Diagnostik werden derzeit diejenigen Stoffwechselgrößen herausgearbeitet, die eine Vorhersage über eine mögliche Erholung des geschädigten Herzmuskelgewebes erlauben könnten.

Durch eine wachsende Zahl thoraxchirurgischer Eingriffe, darunter auch im Rahmen der minimalinvasiven Tumorchirurgie, werden am Zentrum einige Patienten bei unklaren Lungenherden mit der PET voruntersucht. Die PET dient dabei häufig nicht vordergründig der Entscheidung über den gutartigen oder bösartigen Charakter der betreffenden Raumforderungen der Lungen bzw. im Brustkorb.

Gleichwohl erlaubt eine PET mit radioaktiv markiertem Traubenzucker (FDG) aufgrund ihrer hohen Empfindlichkeit die Erhärtung eines anfänglich geäußerten Krebsverdachts und hilft dadurch bei einer Entscheidung zu einem operativen Eingriff. Im Vordergrund steht jedoch die richtige Erfassung des Stadiums der vermuteten Krebserkrankung („Primärstaging“), also die Suche nach Metastasen.

In Kooperation mit benachbarten Kliniken und ambulant tätigen Ärzten werden darüber hinaus auch solche Patienten untersucht, die sich bereits in der Vergangenheit einer Krebsoperation unterziehen mußten und bei denen auf Grund der Beschwerden oder eines Laborparameters (Tumormarker) der begründete Verdacht auf einen erneuten Ausbruch des Krebsleidens besteht.

Diese Vorgehensweise bietet den Vorteil, andere Verfahren wie z. B. das Computer-Tomogramm (CT) und die Kernspin-Tomographie (MRT) gezielt einsetzen zu können, wenn ein Rezidiv lokalisiert werden konnte. Dies betrifft z. B. Patienten nach Darmkrebsoperationen oder im zusammenhang mit einer Chemotherapie bei Lymphdrüsenkrebs („Sekundärstaging“).

Der Einsatz zur ungezielten Tumorsuche („Screening“) kommt derzeit nicht in Frage. Allerdings sind Ausnahmefälle denkbar, z. B. in der Vor- und Nachsorge bei Herztransplantation.

Die Liste der möglichen Einsatzgebiete wird ständig überarbeitet. Wir verweisen daher auf die Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin.

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