Eine Untersuchung der Durchblutung des Herzmuskels mit einem nuklearmedizinischen Verfahren (Myokard-Szintigraphie oder Myokard-SPECT genannt), wird durchgeführt, wenn auf Grund von Risikofaktoren und/oder Symptomen der Verdacht auf Verengungen in den Herzkranzgefäßen besteht (KHK) und/oder das Belastungs-EKG keine richtungsweisende Information ergibt. Die Myokard-SPECT kommt auch bei einer bereits bekannten Erkrankung der Herzkranzgefäße zum Einsatz.

Zeigen sich in der Myokard-SPECT Durchblutungsstörungen, liefert dies wichtige Informationen für die Behandlung (Medikamente/Ballonerweiterung oder Bypass-Operation). Fällt das Ergebnis hingegen normal aus, kann Entwarnung gegeben werden. Die Erfahrung vieler Jahre hat gelehrt, dass in diesen Fällen nur ein geringes Krankheitsrisiko besteht.

Vorbereitung zur Untersuchung

Zur Untersuchung sollte der Patient mindestens 3 Stunden vorher (besser über Nacht) nüchtern bleiben. Bei Diabetikern ist eine leichte Mahlzeit erlaubt. 12 Stunden vor der Untersuchung dürfen keine koffeinhaltigen Getränke (Kaffee, Cola, Cola light), schwarzer oder grüner Tee, Kakao oder Schokolade mehr zu sich genommen werden. Am einfachsten ist, morgens nur (Mineral-) Wasser zu trinken.

Wie wird die Untersuchung durchgeführt?

Teil 1: Belastungsuntersuchung

Um Verengungen in den Herzkranzgefäßen sicher zu finden, wird die Durchblutung im Herzmuskel durch eine Fahrradbelastung oder, wenn nicht möglich (z. B. bei Arthrose), durch ein Belastungsmedikament (Adenosin) gesteigert.

Kommt Adenosin zum Einsatz, werden meist Wärme, Kopfdruck, Druck im Hals- und Brustbereich und manchmal erschwertes Atmen verspürt. Ein Asthmaanfall kann in Einzelfällen bei entsprechender Vorerkrankung ausgelöst werden.

Das Medikament wird über 6 Minuten als Infusion gegeben. Die Wirkung ist nur kurz und klingt bereits eine halbe Minute nach Infusionsende ab.

Da Herzmedikamente wie z. B. Beta-Blocker die Durchblutung des Herzmuskels beeinflussen, sollten sie mindestens 24 Stunden vorher abgesetzt werden. Gleiches gilt für Calcium-Antagonisten und Nitropräparate. Der überweisende Arzt wird genaue Anweisungen geben.

Während der Belastungsphase wird die radioaktive Untersuchungssubstanz in eine Armvene gespritzt. Danach hat der Patient etwa 1 Stunde Pause, bis die 25-minütigen Aufnahmen mit der Gamma-Kamera durchgeführt werden. In der Pause können Medikamente schon wieder eingenommen werden. Daher sollten diese mitgebracht werden.


Teil 2: Ruheuntersuchung

Nach der Belastungsuntersuchung erfolgt die Ruheuntersuchung. Diese kann am selben oder an einem anderen Tag durchgeführt werden. Für diese Untersuchung sollten alle Medikamente wie gewohnt eingenommen werden.

Bei bestimmten Fragestellungen wird der Patient zusätzlich Nitrospray erhalten. Nachdem die Untersuchungssubstanz injiziert worden ist, gibt es bis zu den Aufnahmen an der Gamma-Kamera 1 Stunde Pause.

Können Komplikationen auftreten?

Eine Myokard-Szintigraphie ist kein spektakuläres oder brandneues Verfahren, sondern eine seit vielen Jahren bewährte Untersuchung. Komplikationen können bei der körperlichen oder medikamentösen Belastung auftreten.

Sie sind mit einer Fahrradbelastung vergleichbar. Zu bedenken ist, dass prinzipiell jede Belastung – auch eine Alltagsbelastung – ein Risiko birgt. Anders als im Alltag ist bei der Untersuchung ein Arzt zugegen und im Fall des Falles eine sofortige Notfallbehandlung möglich. Bei einer fortgeschrittenen Herzerkrankung ist das Risiko durch die Belastung naturgemäß erhöht.

An schweren Komplikationen, die selten auftreten, sind zu nennen:

  • Herzrhythmusstörungen (bis hin zu Kammerflimmern oder Herzstillstand), die sofortige Wiederbelebungsmaßnahmen erforderlich machen,
  • plötzliche Lungenstauung bei Herzschwäche, die mit Sauerstoffgabe und medikamentös meist gut behandelt werden kann,
  • Herzinfarkt (sehr selten),
  • Todesfälle (extreme Ausnahme). Sie sind in der Regel auf eine schwere Herzerkrankung zurückzuführen, die auch im Alltag lebensbedrohlich ist.

Was ist mit der Radioaktivität?

Die Menge an radioaktiver Untersuchungssubstanz für die Myokard-SPECT wird so niedrig wie für eine gute Bildgebung notwendig abgemessen. Für einen 70 kg schweren Patienten liegt die Dosis in der Größenordnung des Zwei- bis Dreifachen der jährlichen Strahlenexposition aus der Natur, und damit in einem niedrigen und unkritischen Dosisbereich. Trotzdem sollte bei einer Schwangerschaft keine Untersuchung erfolgen.

Da die radioaktiven Substanzen zerfallen und zusätzlich ausgeschieden werden, verbleibt keine Reststrahlung im Körper. Besondere Vorkehrungen für den Tag und zu Hause sind seitens des Patienten nicht erforderlich.

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