Herzunterstützungs- und Herzersatzsysteme werden überwiegend bei den unten genannten Indikationen eingesetzt. Dabei wird das Überbrücken einer kritischen Herz-Kreislaufsituation im Englischen als "bridging" bezeichnet. Daraus ergeben sich folgende Behandlungsmöglichkeiten:

Bridge to Bridge oder Bridge to Decision

In Notfallsituationen, z.B. aufgrund eines kardiogenen Schocks können Herzunterstützungssysteme eingesetzt werden, um eine akut lebensbedrohliche Situation zu überbrücken. Nach Stabilisierung der Herz-Kreislaufsituation wird dann in einem zweiten Schritt entschieden, welche weiteren Therapieoptionen für den einzelnen Patienten in Frage kommen.

Bridge to Transplant

Im diesem klassischen Anwendungsfall sind Patienten für eine Herztransplantation vorgesehen und warten auf ein geeignetes Spenderorgan. Da sich viele Patienten in einem kritischen Allgemeinzustand befinden und sich während der Wartezeit kardial extrem verschlechtern können, werden Herzunterstützungssysteme als Überbrückungsmaßnahme bis zur Herztransplantation eingesetzt. Somit kann einerseits verhindert werden, dass Patienten auf der Warteliste versterben, andererseits können sich der Allgemeinzustand einschließlich der Organfunktionen (ausreichende Sauerstoffversorgung durch das Blut) und die Lebensqualität dieser Patienten verbessern.

Bridge to Recovery

In seltenen Fällen kann sich die Herzfunktion durch die enorme Entlastung nach der Implantation eines Herzunterstützungssystems wieder erholen (Überbrückung bis zur Erholung). Dann kann möglicherweise das Herzunterstützungssystem im Behandlungsverlauf wieder ausgebaut werden.

Destination Therapy

Bei Patienten, die aufgrund von Kontraindikationen (z.B. maligne Tumore, Lebensalter, Begleiterkrankungen) für eine Herztransplantation nicht mehr in Frage kommen, können Herzunterstützungssysteme als alternative Behandlungsmethode eingesetzt werden. In diesem Fall behält der Patient das System bis zu seinem Lebensende.