Sobald ein Organ für ein Spender auf der Warteliste angeboten und formal für geeignet befunden wird, macht sich ein Team von Spezialisten auf den Weg in das Spenderklinikum, um die Qualität des Organs vor Ort zu begutachten.

Zeitgleich informiert das Team der Transplantationskoordination den Patienten (Empfänger). Sollte der Patient nicht bereits bei uns in der Klinik stationär aufgenommen sein, wird dies unverzüglich in die Wege geleitet. Hierzu schicken wir in der Regel einen Rettungsdienst, der Sie nach Bad Oeynhausen transportiert.

Nun ist Eile geboten, da ab dem Zeitpunkt der Organentnahme wertvolle Zeit verstreicht. Sofort nach der Aufnahme werden Sie auf die mögliche Transplantation vorbereitet und bei einer definitiven Freigabe des Organs in den Operationssaal verlegt.

Die Zeit auf der Warteliste kann leider nicht vorhergesagt werden und richtet sich selbstverständlich nach den Organangeboten an unser Zentrum durch "Eurotransplant".

Die Transplantation

Die Narkose wird eingeleitet. Unter Umständen ist es notwendig, eine mechanische Kreislaufunterstützung (ECMO oder HLM) zu verwenden. Notwendig wird diese Unterstützung, wenn ein drohendes Rechtsherz-Versagen, eine massive Einschränkung des Gasaustausches oder ein starker Anstieg des pulmonalarteriellen Drucks erwartet wird.

Die Transplantation wird in der Regel über seitliche Eröffnungen des Brustkorbes (Anterolaterale Thorakotomie) durchgeführt. In Abhängigkeit von der Anatomie des Empfängers und etwaigen Voroperationen ist selten auch eine Clamshell-Thorakotomie notwendig.

Sobald die Spenderorgane im Operationssaal eintreffen, wird zuerst die eine, meist die rechte Lunge des Empfängers entnommen und die Spenderlunge eingesetzt. Anschließend erfolgen die gleichen Schritte auf der anderen Seite. Die Transplantation dauert in etwa 4-6 Stunden und der Patient wird auf die Intensivstation verlegt. Viele Patienten sind in den ersten 24h wach und können selbstständig atmen.

Postoperativer Verlauf

Direkt während und nach der Transplantation erfolgt der Beginn der medikamentösen Immunsuppression, welche lebenslang beibehalten werden muss. Da die Lunge eine eigene Immunkompetenz aufweist und eine riesige immunaktive Interaktionsfläche besitzt, ist die Einstellung der Immunsuppression nach Lungentransplantation besonders wichtig, um eine Abstoßung des Organs zu vermeiden.

Nach Stabilisierung und Erholung von der anstrengenden Operation können die Patienten meist nach einigen Wochen in die Anschlussheilbehandlung (Reha) entlassen werden.

Die Nachsorge

In den ersten Monaten und Jahren nach der Transplantation erfolgt laufend und in bestimmten Abständen die Kontrolle der Transplantatfunktion. Ein regelmäßiger Kontakt mit den behandelnden Ärzten ist unerlässlich, um die Funktion des "neuen" Organs zu erhalten.

Wenn Sie Fragen zur Lungentransplantation haben oder eine Zweitmeinung wünschen, können Sie jederzeit mit uns Kontakt aufnehmen.