Kardiomyopathie (CM) bezeichnet verschiedene Formen von Herzmuskelerkrankungen. Sie können angeborene, genetisch fixierte oder in Jahren erworbene Ursachen haben. 

Symptome bei Herzmuskelerkrankungen

Die Symptome ähneln denen anderer Herzerkrankungen: Brustschmerzen, Luftnot, belastungsabhänge Schwindelattacken oder kurze Episoden von Bewusstlosigkeit bis hin zum plötzlichen Herztod. Für Patienten mit vermuteten oder bereits gesicherten Kardiomyopathien wird im HDZ das gesamte Spektrum an diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen vorgehalten.


Die einzelnen Formen von Herzmuskelerkrankungen unterscheiden sich auch in ihren Merkmalen:

  • dilatative Kardiomyopathie (DCM) - vergrößerte Herzkammern, vor allem die linke, die Pumpleistung ist reduziert;
  • hypertrophe Kardiomyopathie (HCM) - verdickte Herzwände bei normaler Kammergröße und erhaltener Pumpleistung;
  • arrhythmogene rechtsventrikuläre Kardiomyopathie (ARCM) - betroffen ist vorwiegend die rechte Herzkammer, verbunden damit sind Herzrhythmusstörungen, es kann sogar der plötzliche Herztod eintreten;
  • restriktive Kardiomyopathie (RCM) - vermehrte Steifigkeit des Herzmuskels bei normal großen Kammern.

HOCM

Eine besondere Form der Herzmuskelerkrankung ist die sogenannte HOCM, sie ist häufig die Folge einer genetisch bedingten Verdickung der Wände der Herzhauptkammern. Bei etwa 60 bis 70 Prozent aller davon betroffenen Patienten ist die Blutströmung im linken Ventrikel behindert. Diese Patienten klagen unter Belastung oft über Luftnot und/oder Brustschmerzen ("Angina pectoris"), gelegentlich auch über Schwindel bis hin zu kurzzeitigem Bewußtseinsverlust ("Synkopen") - ein Beschwerdebild, das auch mit anderen Herzerkrankungen verbunden sein kann.


Symptome von HOCM

Charakteristisch für eine HOCM ist eine sehr stark wechselnde Symptomatik mit teils sehr guten und sehr schlechten Tagen. Die Befindlichkeit der Betroffenen ist abhängig von einer Vielzahl von Einflussfaktoren (warmes oder kaltes Wetter, schwere Mahlzeiten, Alkoholgenuss). Bei manchen Patienten besteht auch eine Neigung zu Rhythmusstörungen.


Behandlung bei HOCM

HOCM-Patienten, die medikamentös nur unzureichend behandelt werden können und bei denen es sogar während dieser Zeit zu einer Verschlechterung des Zustands kommt, bietet das HDZ weitere Therapiemöglichkeiten an. Seit rund vierzig Jahren wird mit Erfolg die chirurgische Entfernung der Verdickungen in der Herzscheidewand praktiziert. Bewährt hat sich auch die Normalisierung der Blutströmungen im Herzen mit Hilfe eines Schrittmachers.

Eine moderne erfolgreiche Therapie-Methode ist die katheter-basierte "Verödung" der Kammerscheidewand (Septumablation). Die Methode simuliert den Effekt der Operation durch Auslösung eines gezielten, künstlich herbeigeführten kleinen Herzinfarkts der Kammerscheidewand. Es wird hierbei ein Verödungsmittel in denjenigen kleinen Ast der linken Herzkranzarterie (Septalast) eingespritzt, der exakt das Gebiet der verdickten Kammerscheidewand versorgt. Effektivität und Risiken sind vergleichbar mit denen der chirurgischen Therapie. Wichtige Entwicklungsschritte dieser mittlerweile von den einschlägigen internationalen Leitlinien für Kardiologie übernommenen Behandlungsmethode erfolgten im HDZ durch Oberarzt Prof. Dr. Lothar Faber.

Welche Therapien im jeweiligen Fall das beste Verhältnis zwischen Erfolgsaussichten und Risiko bietet, wird nach ausführlicher Voruntersuchung und unter Berücksichtigung der bereits durchgeführten Untersuchungen individuell mit dem Patienten besprochen. Bei optimaler Behandlung einer Herzmuskelerkrankung ist eine normale Lebenserwartung bei akzeptabler Lebensqualität möglich.

Ansprechpartner Herzmuskelerkrankungen