Die Ursache für einige Funktionsstörungen des Herzmuskels kann nur durch spezielle Untersuchungsverfahren an Gewebeproben des Herzmuskels geklärt werden. Um herauszufinden, ob eine akute oder chronische Virusinfektion des Herzens, eine Einlagerung von Fremdsubstanzen wie Eiweißkörper (z.B. Amyloid), Eisen, Kupfer etc. oder eine angeborene Verdickung des Herzmuskels verantwortlich für die Herzerkrankung ist, ist es erforderlich, kleine Gewebeproben aus dem Herzen zu entnehmen (Myokardbiopsie) und zu untersuchen.

Methode

Die Myokardbiopsie erfolgt im Herzkatheterlabor. Nach örtlicher Betäubung wird in der Regel von der Leistenvene aus über ein spezielles Einführungsbesteck ein Spezialkatheter eingeführt. Die Entnahme von vier bis zehn Gewebeproben aus verschiedenen Bereichen der Herzscheidewand erfolgt mit diesem Spezialkatheter unter Röntgensicht. Während der Entnahme treten unter Umständen harmlose Extraschläge des Herzens auf, wenn der Katheter die Herzwand berührt. Am Ende der Untersuchung wird das Einführungsbesteck aus der Leistenvene entfernt und für 1-2 Stunden ein leichter Druckverband angelegt, damit an der Einführungsstelle keine Nachblutung auftritt. Einige Stunden nach der Untersuchung wird eine Herzultraschalluntersuchung (Echokardiographie) durchgeführt, um ganz sicher zu sein, dass das Herz durch die Gewebeentnahmen nicht verletzt wurde.