Die bildgebenden Verfahren von Ultraschall (Echokardiografie) und MRT (Magnetresonanztomographie, Kernspin) haben in der HDZ-Kinderherzklinik eine Qualität erreicht, die bundesweit Beachtung findet.

3D-Ultraschall und MRT

Die hier eingesetzten hochauflösenden Ultraschallsysteme ermöglichen erstmals eine exakte Beobachtung beider Herzkammern und die Diagnose selbst komplexer Fehlbildungen.

Mit dem bisherigen 3D-Verfahren, das seit einigen Jahren zur Anwendung kommt, können die HDZ-Kinderkardiologen unter Leitung von Prof. Dr. Deniz Kececioglu die linke Herzkammer selbst bei Föten im Mutterleib räumlich exakt abbilden, ihre Arbeitsweise kontrollieren und eventuelle Herzfehler mit hoher Genauigkeit analysieren. Für die rechte Herzkammer fehlte jedoch bislang eine gleichwertige Diagnose-Technik. Als weltweit erste Herzklinik wendet das HDZ nunmehr ein Verfahren an, das die Fachleute als Sensation empfinden. Die neue dreidimensionale Ultraschall-Technik des US-Herstellers Ventripoint ermöglicht erstmals auch die Abbildung der rechten Herzkammer und eine Diagnose ihrer eventuellen Fehlbildungen. Den Prototyp dieses neuen Verfahrens mit der Bezeichnung VMS-3DE-System „Angelo“ hat Ventripoint zum ersten Mal im Zentrum für angeborene Herzfehler eingesetzt. Mit „Angelo“ ist vor allem das Volumen der rechten Herzkammer bestimmbar.

Quantensprung in der Diagnostik

Oberarzt Dr. Kai Thorsten Laser hat bis Mitte 2013 das Ventripoint-Verfahren an über 40 Kindern und Jugendlichen erprobt. Die Ergebnisse der Pilotstudie stellte der HDZ-Kinderkardiologe im Juni 2013 unter großer Beachtung auf der Tagung der Amerikanischen Gesellschaft für Echokardiografie in Minneapolis einem internationalen Fachpublikum vor.

Mit Anfang 2014 setzt die Kinderherzklinik in der  3D-Ultraschall-Technik eine weitere neue Software ein,  die ebenfalls einem Quantensprung in der Diagnostik gleichkommt. Das System wird geliefert von der TomTec Imaging Systems GmbH aus Unterschleißheim bei München, einem international renommierten Hersteller von Medizin-Produkten. Die neue Technologie kommt zum ersten Mal im HDZ  zum Einsatz. Der Kooperationsvertrag mit dem Hersteller sieht vor, dass die Diagnose-Ergebnisse der neuen Software in einer Pilotstudie veröffentlicht werden.

Zusammen mit Ventripoint ermöglicht die TomTec-Technologie eine detaillierte Kontrolle des Volumens der rechten Herzkammer, des Herzmuskels, der Herzklappen und der schwer zugänglichen Herzspitze. Vom Einsatz der neuen Software versprechen sich die HDZ-Kinderkardiologen und die Hersteller zudem wichtige Erkenntnisse darüber, in welchen Diagnose-Bereichen die neue Ultraschall-Technologie die aufwendigere Kerspin-(MRT-)-Technologie ersetzen kann.

„Eine hohe Kompetenz“

Wie im 3D-Ultraschall sind im Zentrum für angeborene Herzfehler mit der MRT-Untersuchung überwiegend Herzspezialisten mit einer Extraausbildung in der bildgebenden Diagnose befasst. Das trägt dazu bei, dass selbst  seltene und äußerst schwer zu diagnostizierende Herzfehler aufgespürt werden. Kardiologen und Chirurgen erhalten dadurch so detaillierte Angaben über Art und Umfang einer Fehlbildung, dass sie vor einem eventuellen Eingriff die optimale Therapie-Methode mit den größten Erfolgsaussichten und der vergleichsweise geringsten Belastung für den Patienten auswählen können.

Die hohe Qualität der Bildgebung und die damit verbundenen exakten Diagnosen im HDZ finden unter niedergelassenen Ärzten und Krankenhäusern ein zunehmend starkes Interesse. „Nur wenige Kliniken“, sagt der Kinderkardiologe Dr. Peter Richter, leitender Oberarzt im St. Vincenz-Krankenhauses in Paderborn, „sind technisch und personell so spezialisiert, dass sie derart exakte Diagnosen erzielen können.“ Wie Dr. Richter lässt auch die  Essener Kinderkardiologin Dr. Mechthild Gröblinghoff beim Verdacht auf komplexe Herzfehler ihre Patienten bevorzugt im Zentrum für angeborene Herzfehler untersuchen. „Der große Vorteil des HDZ liegt in der hohen Kompetenz“, sagt die Kinderärztin, „die von der Untersuchung bis hin zur Diagnosestellung und der Therapieempfehlung in der Hand von Kinderkardiologen liegt. Das kommt meinen Patienten und deren weiterer Behandlung zu Gute.“

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Ansprechpartner Kernspintomographie & 3D-Ultraschall

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