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Gemeinsame Stärkung der Pflegeausbildung in Ostwestfalen-Lippe

Stellungnahme der Kooperationspartner anl. des Pressetermins des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen am 8. November 2019 im Klinikum Herford

Die Kliniken der Region sind vom bundesweit anhaltenden Fachkräftemangel in der Pflege in unterschiedlichster Ausprägung betroffen. „Es ist unser gemeinsames und dringendes Anliegen, den wachsenden Anforderungen an die Ausstattung der Krankenhäuser mit Pflegekräften mit gezielten Maßnahmen zu begegnen und zugleich die Attraktivität der Pflegeberufe zu stärken“, betont Thomas Fehnker, stellv. Geschäftsführer des Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW), Bad Oeynhausen, im Namen der kooperierenden Einrichtungen Klinikum Herford, Mühlenkreiskliniken, Lukas-Krankenhaus Bünde und HDZ NRW. Angesichts einer demographischen Entwicklung mit immer älter werdenden und zunehmend pflegebedürftigen Patienten sowie steigender Komplexität stationärer Diagnostik- und Therapiemöglichkeiten wird der Bedarf an hochqualifizierten Pflegepersonen steigen. Um dem Rechnung zu tragen, muss das Ausbildungsangebot deutlich erweitert werden.

Politik und Öffentlichkeit haben die steigende Nachfrage nach qualifizierten Pflegefachkräften als wichtige gemeinsame, gesellschaftliche Aufgabe erkannt. Dass die Krankenhäuser seit 2017 gesetzlich die Möglichkeit erhalten haben, Pflegepersonal über den Bedarf hinaus auszubilden, sei daher sehr zu begrüßen. Im Verbund habe man sich frühzeitig auf eine Ausbildungskooperation verständigt, die unmittelbar auf der bereits langjährig bestehenden, erfolgreichen Zusammenarbeit in der Pflegeausbildung zwischen dem Herz- und Diabeteszentrum NRW und dem Lukas-Krankenhaus in Bünde aufbaut. Sie wurde im letzten Jahr bereits um den Partner in Minden mit der Akademie für Gesundheitsberufe der Mühlenkreiskliniken mit zusätzlichen Ausbildungsplätzen ergänzt und wird im kommenden Jahr in Herford ausgebaut werden, wo jetzt dank enger Zusammenarbeit mit dem Klinikum Herford und der Pflegeschule Herford-Lippe auf dem Bildungscampus eine Interimslösung geschaffen wird, von der alle beteiligten Einrichtungen kontinuierlich profitieren werden.

Die übergreifende Kooperation sei ein wichtiger Schritt zur Förderung des dringend benötigten Nachwuchses in den Pflegeberufen, betont Fehnker. Dass die Maßnahmen jetzt schon, vor allem aber in den kommenden Jahren greifen, belegen folgende Zahlen:

HDZ NRW, Bad Oeynhausen: Hier standen bis 2018 lediglich 15 Ausbildungsplätze pro Jahr zur Verfügung, die 2019 auf 25 Plätze in Kooperation mit den Mühlenkreiskliniken erweitert werden konnten. 2020 werden es 50 Plätze jährlich sein. 2021 stehen dann 100 Ausbildungsplätze jährlich für die Pflege am HDZ NRW zur Verfügung. „Entsprechend werden wir dann schon 2023 insgesamt 300 angehende Pflegefachkräfte in drei Ausbildungsjahrgängen ausbilden können“, beschreibt Fehnker das Initiativprogramm. 

Mühlenkreiskliniken: In der Akademie für Gesundheitsberufe in Minden werden 550 Auszubildende und Studierende in zehn unterschiedlichen medizinischen und pflegerischen Berufen ausgebildet – darunter Gesundheits- und Krankenpfleger, Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger, Diätassistenten, Hebammen, MTRA, MTLA, Operationstechnischen Assistenten, Notfallsanitäter, Rettungssanitäter und Gesundheits- und Krankenpflegeassistenten. Die Ausbildungskapazitäten wurden in den vergangenen drei Jahren um etwa ein Drittel erweitert. Allein in der Gesundheits- und (Kinder-)Krankenpflege werden jährlich 140 Auszubildende neu aufgenommen. Zusätzlich wird seit 2011 in Kooperation mit der Fachhochschule Bielefeld der duale Bachelorstudiengang Gesundheits- und Krankenpflege angeboten.

    

Klinikum Herford: „Das Klinikum Herford hat bereits sehr gute Erfahrungen im Rahmen der Ausbildungskooperation mit den Schulen für Pflegeberufe Herford-Lippe gesammelt. Dies schafft an vielen Stellen Synergien“, sagt Pflegedirektor Bastian Flohr. So konnten in den Schulen für Pflegeberufe die Anzahl der Ausbildungsplätze von 2017 bis 2019 um 50 erhöht werden. Damit stehen 450 Ausbildungsplätze in der Gesundheits- und Krankenpflege und Gesundheits- und Kinderkrankenpflege zur Verfügung. Darüber hinaus bieten die Schulen für Pflegeberufe seit diesem Jahr die Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegeassistenz mit einem Umfang von 50 Ausbildungsplätzen an.

Lukas-Krankenhaus Bünde: Mit dem Kooperationspartner HDZ NRW wurden bisher je 15   Ausbildungsplätze pro Jahr für beide Einrichtungen in der eigenen Ausbildungsstätte angeboten. Eine Erweiterung der Ausbildungskapazitäten war in Anbetracht der begrenzt zur Verfügung stehenden Schulräumlichkeiten nicht möglich, so dass die benötigten 25 Plätze erst zukünftig überdie Zusammenarbeit mit der Pflegeschule Herford-Lippe auf dem Bildungscampus in Herford ab 2020 erreicht werden können. „Da sich auch die Ausbildungs- und Prüfungsordnungen für die Pflegeberufe im Jahresübergang zu 2020 ändern, müssen im gleichen Zuge auch zusätzliche Pflegepädagogen gewonnen werden. Das geht nur gemeinsam.“ sagt Roland von der Mühlen, Geschäftsführer des Lukas-Krankenhauses Bünde.

(v.l.) Oliver Neuhaus (Direktor der Akademie für Gesundheitsberufe, Mühlenkreiskliniken), Bastian Flohr (Pflegedirektor im Klinikum Herford und Geschäftsführer der Schulen für Pflegeberufe Herford-Lippe), Angela Lück (MdL), Christian Siegling (Pflegedirektor HDZ NRW), Roland von der Mühlen (Geschäftsführer Lukas-Krankenhaus Bünde), Karl-Josef Laumann (Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW), Thomas Fehnker (Stellv. Geschäftsführer HDZ NRW) (Foto: Klinikum Herford).