Klinik für Kardiologie

Wie groß ist mein Herzinfarkt-Risiko?

Das wollten 100 Mitarbeiter im Bad Oeynhausener Unternehmen END-Armaturen GmbH &Co.KG genau wissen und nahmen das Angebot zu einem Herz-Kreislauf-Check aus ihrem betrieblichen Gesundheitsmanagement gerne wahr. "Unternehmen mit Herz" heißt das Projekt, das vom Herz- und Diabeteszentrum NRW begleitet wird.

"Wir wollten eine Vorsorgemöglichkeit anbieten, die unsere Mitarbeiter vor Ort bei uns im Unternehmen wahrnehmen können", erläutert Michael End, der den Betrieb für Industriearmaturen gemeinsam mit seinem Bruder Andreas leitet. Seit 1980 ist die Firma als Produzent und Händler am Markt für ausgereifte Steuerungstechnik ein bekannter Name. Der Anlass zur Kontaktaufnahme zum Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW), Bad Oeynhausen, war ernst genug: Vor wenigen Monaten erst erlitt ein Mitarbeiter einen akuten Herzinfarkt.

"Der akute Herzinfarkt ist in Deutschland die zweithäufigste Todesursache", sagt Dr. Klaus-Peter Mellwig, der das Projekt "Unternehmen mit Herz" als Kardiologe am HDZ NRW vor sieben Jahren mit ins Leben gerufen und mittlerweile 19 Unternehmen mit über 2000 Mitarbeitern untersucht hat. Bluthochdruck, Rauchen, Übergewicht, ein gestörter Fettstoffwechsel, Diabetes und Bewegungsmangel - damit benennt Mellwig die wesentlichen Faktoren, die das Herz und den Kreislauf beeinträchtigen. Mit einem Fragebogen, einer gründlichen körperlichen Untersuchung, EKG und Labortest werden die Warnsignale erkannt und ausgewertet. "Anschließend können wir treffsicher vorhersagen, wie hoch das individuelle Risiko ist, innerhalb der nächsten zehn Jahre einen Herzinfarkt zu erleiden."

Die Einzelergebnisse der freiwilligen Herz-Kreislaufuntersuchungen erfährt der Arbeitgeber selbstverständlich nicht. Sie unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht. "Wir möchten aber an die Eigenverantwortung unserer Mitarbeiter appellieren und unterstützen deshalb dieses Projekt", sagt Michael End. Erfahrungsgemäß erhalten etwa 25 Prozent der Untersuchten eine Empfehlung zu einer weitergehenden hausärztlichen oder kardiologischen Kontrolle. Dazu gibt Mellwig in den meisten Fällen Empfehlungen zu einer Änderung der Ernährungsgewohnheiten, zu Gewichts- und Blutdruckkontrolle mit. Nach sechs Monaten erfolgt eine telemedizinische Verlaufskontrolle.

"Erfahrungsgemäß schätzen die Mitarbeiter eine persönliche Beratung über Möglichkeiten zur eigenen Gesundheitsvorsorge hoch ein", betont Dr. Mellwig. "Hier profitieren letztendlich beide Seiten, die Untrenehmensleitung ebenso wie die Mitarbeiter von einer Verbesserung der Lebensqualität: Denn frühzeitig erkannt und behandelt, können schlimme Erkrankungen vermieden werden."
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Hintergrundinformation: Das Projekt "Unternehmen mit Herz" wendet sich mit seiner Vorsorgeuntersuchung vorrangig an Einrichtungen in der Region Ostwestfalen-Lippe, die Aktivitäten im Gesundheitsmanage-ment planen und etwas für die Gesundheitsvorsorge ihrer Mitarbeiter tun wollen. Die Untersuchungen folgen den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie. Details zum kardiovaskulären Screening können je nach Betriebsgröße und Vorstellungen zum Vorhaben im Vorfeld abgestimmt werden. Information unter Tel. 05731- 97 1320.


Weitere Informationen:
Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen
Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Leitung: Anna Reiss
Georgstr. 11
32545 Bad Oeynhausen
Tel. 05731 97-1955
E-Mail: info@hdz-nrw.de

Gemeinsamer Einsatz für die Herz-Kreislauf-Vorsorge vor Ort: (v.r.) Geschäftsführer Michael End und Andreas End, Dr. Klaus-Peter Mellwig und Dr. Joanna Gilis-Januszewski, Kardiologen am Herz- und Diabeteszentrum NRW, Bad Oeynhausen (Foto: Armin Kühn).