Zentrum für Angeborene Herzfehler

Herzultraschall: Die dritte Dimension

Mit Ultraschallverfahren zur Abbildung des Herzens (auch: Echokardiographie) war bis vor einigen Jahren lediglich eine zweidimensionale Darstellung möglich.
„Zur exakten Beurteilung von angeborenen Herzfehlbildungen lieferte diese fächerförmige Bildgebung einer Herzklappe oder einzelner Wandabschnitte aber nicht immer die detaillierten Informationen, die wir zur individuellen Therapievorbereitung benötigen“, betont Privatdozent Dr. Kai Thorsten Laser, der als Kinderkardiologe und Spezialist für kardialen Ultraschall ärztliche Fortbildungen der Klinik für Kinderkardiologie unter Chefarzt Prof. Dr. Deniz Kececioglu im Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW), Bad Oeynhausen, leitet.

Insbesondere zur Planung von herzchirurgischen Eingriffen bei Kindern und Jugendlichen, die in der Klinik für Kinderherzchirurgie und angeborene Herzfehler (Direktor: Dr. Eugen Sandica) durchgeführt werden, aber auch von komplexen Prozeduren mit dem Herzkatheter, sind Messungen in einem dreidimensional errechneten Datensatz um einiges genauer. Im Kinderherzzentrum steht dazu die derzeit modernste Medizintechnik zur Verfügung. „Neue Matrix-Schallköpfe erfassen über Tausende von Sende-Kristallen mehrfach pro Sekunde das vollständige Herz“, erläutert Laser die Technik. „Daraus entsteht ein 3D-Bild, das uns genaue Analysen der Herzkammern, der Herzklappen und Gefäße ermöglicht.“

Mehr als 3.000 Untersuchungen in einem speziellen Echolabor werden jährlich im Kinderherzzentrum und Zentrum für angeborene Herzfehler des HDZ NRW durchgeführt, außerdem 400 Kernspintomographien im HDZ-Institut für Radiologie, Nuklearmedizin und molekulare Bildgebung. In den ärztlichen Fortbildungsveranstaltungen – drei sind in diesem Jahr vorgesehen – gibt Laser sein Wissen über den Einsatz der innovativen 3-D-Echokardiographie über Vorträge, Workshops und Hands-on-Sessions weiter. „Dabei lerne ich auch selbst jedes Mal dazu“, ergänzt der Kinderkardiologe und Wissenschaftler, der mit einer wissenschaftlichen Arbeitsgruppe in Kooperation mit anderen Zentren an der stetigen Auswertung und Verbesserung der medizinischen Software beteiligt ist. „Der Erfahrungsaustausch über individuell unterschiedliche Herzfehlbildungen aller Altersstufen, Aufnahmen und quantitative Auswertungen ist enorm wichtig.“

Zukünftig soll die neue 3-D-Technologie zunehmend dazu dienen, auch komplexe Eingriffe am Herzen zu steuern. Denn der präzise Blick auf Herzstrukturen und im Herz befindliche Katheter mittels Ultraschalltechnik erlaubt es letztlich, Röntgenstrahlung einzusparen sowie Untersuchungs- und Operationszeiten zu verkürzen. „Das ist ganz im Sinne unserer kleinen und größeren Patienten.“

 

 

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Prof. Dr. Deniz Kececioglu (l.) und PD Dr. Kai Thorsten Laser demonstrieren die neue Echokardiographie hier während einer ersten Fortbildungsveranstaltung im HDZ NRW. Jan-Philipp (12) macht als Testpatient gerne mit (Foto: Anna Reiss).