NRW-Gesundheitsministerin besucht das HDZ

Beim Rundgang über die sogenannte MKU-Station (mechanische Kreislaufunterstützung) wurde deutlich, wie komfortabel die Geräte heute sind, die direkt ins Herz implantiert werden. Lediglich ein Controller zur Steuerung und ein Paket mit Akkus liegen außerhalb des Körpers und sind über ein Kabel, das durch die Bauchdecke führt, mit dem Implantat verbunden.

Ein künstliches Herzunterstützungssystem ist in aller Regel notwendig, wenn die Wartezeit auf ein Spenderherz überbrückt werden muss. Die Patienten leiden unter einer massiven Pumpschwäche des Herzens. Mithilfe des implantierten Systems kann die Lebensqualität in aller Regel deutlich verbessert werden. Aufgrund der schlechten Verfügbarkeit von Spenderorganen gewinnen die künstlichen Herzpumpen einen immer größeren Stellenwert, häufig dienen sie zur Langzeituntertützung über mehrere Jahre hinweg.

Kinderherzzentrum: So wichtig ist die Frühdiagnostik

Prof. Dr. Deniz Kececioglu (Kinderkardiologie) und Dr. Eugen Sandica (Kinderherzchirurgie) stellten anschließend das Kinderherzzentrum und Zentrum für angeborene Herzfehler vor. Hier werden sämtliche Patienten vom Frühgeborenen bis zum jungen Erwachsenen mit angeborenen Herzfehlern von einem interdisziplinären Team betreut. In jüngster Zeit ist die Nachfrage zur Versorgung von Flüchtlingskindern in Bad Oeynhausen deutlich gestiegen. Die zusätzliche Belastung ist auch spürbar, weil dringend Kinder-Intensivpflegefachkräfte gesucht werden.

Dr. Johannes Steinhard, Gynäkologe und Experte für Ultraschalluntersuchungen, und Privatdozent Dr. Kai Thorsten Laser informierten die Ministerin über die modernen Möglichkeiten der vorgeburtlichen Diagnostik von angeborenen Herzfehlbildungen. Im eigens dazu eingerichteten HDZ-Department für fetale Kardiologie können Herzfehler im besten Fall ausgeschlossen werden. Grundsätzlich gilt: je früher eine Herzfehlbildung erkannt werden kann, umso besser sind die therapeutischen Möglichkeiten.

Bildunterschrift: Fokus Kunstherzunterstützung: Die modernen Linksherzsysteme sind heute sehr klein und transportabel. Fast 200 Patienten werden über das HDZ ambulant betreut. Darüber informierte sich NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens (l.) vor Ort mit Staatssekretärin Martina Hoffmann-Badache bei Prof. Dr. Jan Gummert und seinen Oberärzten Erik Rehn und Kavous Hakim-Meibodi (v.l.).