Kaltplasmatherapie zur Versorgung klinisch infizierter, chronischer Wunden

Die Therapie chronischer, infizierter Wunden stellt eine wesentliche Herausforderung insbesondere beim diabetischen Fußsyndrom dar. Die Kombination aus fehlender Wundheilung und Infektionsgeschehen verhindert dabei Wundverschluss und Geweberegeneration.

Die Anwendung von kaltem gewebeverträglichem physikalischem Plasma hat sich in verschiedenen Studien als therapeutisch innovative und effektive Behandlungsmöglichkeit erwiesen. Kaltes Plasma bezeichnet dabei einen angeregten Gaszustand, der oft als vierter Aggregatzustand (neben fest, flüssig und gasförmig) beschrieben wird. Prinzipiell handelt es sich dabei um energetisch angeregtes Argon-Gas, das bereits als heißes Plasma in der Chirurgie und Gastroenterologie häufig angewendet wird. Nun ist es gelungen, die Temperatur physikalisch auf Körpertemperatur abzusenken und die Plasmatherapie damit oberflächlich anwendbar zu machen.

Idealerweise kann Kaltplasma bei oberflächlichen, mäßig infizierten Hautläsionen eingesetzt werden, wie sie z.B. beim diabetischen Fußsyndrom auftreten. Die Wirkungsweise des Kaltplasmas ist noch nicht bis ins Detail erforscht, derzeit wird davon ausgegangen, dass das Kaltplasma die Ausbildung von Sauerstoff- und Stickstoffradikalen fördert, die einerseits antibakteriell wirken und andererseits die Wundheilung positiv stimulieren.

Der Einsatz von Kaltplasma bei Patienten mit Wundheilungsstörungen ist vielversprechend. Derzeit wird in einer plazebokontrollierten klinischen Studie im Diabeteszentrum die Wirksamkeit und klinische Relevanz gegenüber der Standardwundversorgung analysiert. 

Transkutane Vagusnervstimulation zur Linderung der Beschwerdesymptomatik der peripher sensiblen Neuropathie

Die diabetische periphere sensible Neuropathie ist eine häufige Folgekomplikation des Diabetes mellitus. Infolge des Verlustes der Nervenfunktionalität oder Überangeregtheit des Nervensystems kommt es entweder zum Empfindungsverlust von Berührungen bzw. Schmerzen oder zur dauerhaften Schmerzempfindung ohne physikalischen Reiz. Die Therapie der diabetischen Polyneuropathie erfolgt symptombezogen und kann sowohl medikamentöse als auch apparative Methoden beinhalten.

Unter den apparativen Möglichkeiten ist die transkutane auriculäre Vagusnervstimulation als neue ergänzende Therapieform neben der Hochtontherapie zu nennen. Der Vagusnerv ist der Zehnte von insgesamt zwölf Hirnnerven und an der Regulation nahezu aller inneren Organe beteiligt. Die transkutane Vagusnervstimulation basiert auf der elektrischen Stimulation des Ramus auricularis nervi vagi, der die Haut der Ohrmuschel sensibel versorgt. Die elektrischen Stimulationsparameter (Intensität, Pulsdauer und Frequenz) sind so gewählt, dass die Reizweiterleitung bis in den Hirnstamm erfolgt. Die beobachte schmerzlindernde Wirkung der Therapie lässt sich auf diese Reizweiterleitung zurückführen. Die Elektroden des Stimulators werden dazu an der Ohrmuschel platziert, was eine gezielte Stimulation ermöglicht.

Die Anwendungsbereiche der Stimulationstherapie sind vielfältig. Von der Behandlung der Epilepsie bis hin zur Schmerztherapie bei chronischem Rückenschmerz wird das Verfahren erfolgreich angewendet. Symptome der schmerzhaften diabetischen Polyneuropathie sind bereits in einigen Fällen erfolgreich gebessert worden. Eine klinische Studie soll nun die Wirksamkeit dieser neuen Therapieform unabhängig belegen. Dazu wird eine doppelblinde, randomisierte, plazebokontrollierte Studie am Diabeteszentrum durchgeführt. 

Analyse der Cornea-Funktionalität und Korrelation zur diabetischen Polyneuropathie

Die Cornea des Auges (Augenhornhaut) ist der glasklare, von Tränenflüssigkeit benetzte, gewölbte vordere Teil der äußeren Augenhaut. Sie ist von vielen Nervenfasern durchzogen, Abnahme der Länge und Dichte der Nervenfasern in der Hornhaut stehen in Korrelation mit dem Schweregrad der diabetischen Polyneuropathie.

Diese Arbeitshypothese soll mit einer klinischen Beobachtungsstudie am Diabeteszentrum überprüft werden. Dazu werden Patienten mit Diabetes mellitus und verschiedenen Schweregraden der Polyneuropathie mittels dynamischem, konfokalem Laserscan-Mikroskop augenärztlich untersucht und überprüft, inwieweit der Schweregrad der Polyneuropathie mit Veränderungen der Hornhautfunktionalität und -enervierung zusammenhängen.