Im Fokus der Grundlagenforschung des Diabeteszentrums am HDZ NRW stehen die Einflüsse des Metabolismus auf kardiale Struktur und Stoffwechsel.

Diabetische Stoffwechselsituation in der Entwicklung einer Herzinsuffizienz

Das Diabeteszentrum beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit der Rolle der diabetischen Stoffwechselsituation in der Entwicklung einer Herzinsuffizienz. Bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 ist diese Erkrankung von besonderer Bedeutung, da die Diagnose bis zu 5-mal häufiger gestellt als bei Patienten ohne Diabetes. Die Prävalenz der Herzinsuffizienz ist bei Diabetikern hoch, nimmt mit dem Alter weiter zu und ist zudem häufig mit einer koronaren Herzkrankheit assoziiert. Zur Erforschung grundlegender Mechanismen wurden sowohl am menschlichen Myokard als auch in Zellkulturmodellen signifikante Befunde gewonnen. Mit dem reaktiven Glukosemetaboliten Methylglyoxal konnte eine wesentliche schädigende Komponente identifiziert werden.

Zellkulturexperimente beschäftigen sich daher mit der Relevanz des Entgiftungssystems für Methylglyoxal und den Folgen erhöhter Methylglyoxalgehalte für die Funktionalität, Struktur und Stoffwechsel der Herzmuskelzelle, um die Rolle des Metabolismus als schädigende Komponente und Treiber der Entwicklung einer Herzinsuffizienz zu analysieren. Dazu werden weitergehende Experimente an Kardiomyoblasten und -myozyten durchgeführt, um die bisher gewonnenen Befunde zu substantiieren und die Relevanz im Endorgan nicht nur in der terminalen Herzinsuffizienz, sondern in den unterschiedlichen Entwicklungsphasen der Herzinsuffizienz im Modell zu zeigen. Insbesondere sind dabei die Stoffwechselregulation sowie die Struktur-relevanten Veränderungen an der Herzmuskelzelle im Fokus der Untersuchungen.