Vollintegriertes Lab-on-a-chip (LOC)-System zur schnellen Bestimmung von Hefe- und Schimmelpilzinfektionen in respiratorischen Sekreten und primär sterilen Körperflüssigkeiten bei immunsupprimierten Patienten.

Gewinner des „Innovationspreis für Medizintechnik 2010“ des BMBF

Infektionen mit Schimmel- und Hefepilzen können insbesondere für Patienten, deren Immunabwehr durch Krankheit oder Medikamente geschwächt ist, lebensbedrohlich sein und müssen schnellstmöglich behandelt werden. Die heutzutage übliche Standarddiagnostik dieser Erreger ist allerdings langwierig und fehlerbehaftet. Gefragt ist ein schnelles und zuverlässiges Nachweisverfahren, das alle relevanten Pilz-Erreger und deren eventuell vorhandenen Medikamenten-Resistenzen gleichzeitig erfasst. Ziel der im Verbund mit Partnern aus Wissenschaft und Industrie in Lübeck, Stuttgart, Reutlingen, Bad Oeynhausen und Gerlingen geplanten Arbeiten ist es deshalb, den kompletten Nachweis in einem Mikrosystem zu vereinen. Alle Analyseschritte von der Vorbereitung der Probe bis zum Nachweis des Erregers mit Hilfe hochempfindlicher Sensoren können so innerhalb kürzester Zeit durchgeführt werden, ohne dass es dafür eines spezialisierten Labors bedarf.

Das gerade einmal 2,5 mal 7,5 cm große Minilabor („lab on a chip“) soll es dem Arzt ermöglichen, sehr rasch und exakt den Pilz-Erreger zu identifizieren. Gleichzeitig erhält er Auskunft über mögliche Resistenzen des Pilzes gegenüber bestimmten Medikamenten. Damit wird die Diagnose gefährlicher Pilzinfektionen schneller und sicherer. Der Patient profitiert von einer frühzeitigen und gezielten Therapie und die Behandlungskosten können deutlich gesenkt werden.

Beteiligte Projektpartner

  • Robert-Bosch-Krankenhaus, Stuttgart
  • Fraunhofer-Institut für Grenzflächen und Bioverfahrenstechnik IGB, Stuttgart
  • Institut für Grenzflächenverfahrenstechnik der Universität Stuttgart, Stuttgart
  • Euroimmun AG, Lübeck
  • Multi Channel Systems MCS GmbH, Reutlingen
  • Robert Bosch GmbH, Gerlingen

Projektleiter

Dr. rer. nat. Jan Weile
Telefon: 05731/97-3646
E-Mail: jweile@hdz-nrw.de

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