„Fakultätspreis Klinische Forschung 2011“ der Medizinischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum für Dr. Jan Weile

Die beiden Projekte, welche im Rahmen dieses Förderantrages bearbeitet werden, stammen aus unterschiedlich weit fortgeschrittenen Entwicklungsstadien multiparametrischer Technologien und befassen sich sowohl mit der therapierelevanten Keimidentifizierung und Resistenzbestimmung als auch der Stammtypisierung für epidemiologische und hygienerelevante Fragestellungen. Die zwei Forschungsvorhaben bauen auf den am HDZ etablierten Methoden und der gerätetechnischen Ausstattung auf, ferner sind sie eng mit anderen Arbeitsgruppen des Instituts für Laboratoriums- und Transfusionsmedizin sowie internen Partnern an der RUB und externen Kooperationspartnern aus dem In- und Ausland verknüpft.

Zu Projekt 1: Epidemiologische Untersuchungen für Hygienefragen und Infektionskettenaufklärung mittels molekularbiologischer Methoden

Ziel dieses Forschungsvorhabens ist die systematische Typisierung eines entsprechenden nosokomialen Erregerpanels (MRSA, VRE, ESBL Enterobacteriaceae, P. aeruginosa, Acinetobacter ssp.) mittels molekularer Methoden (RAPD-PCR, Eric-PCR, SPA-Typisierung, Pulsfeld-Gelelektrophorese) und Auswertung unter epidemiologischen und hygiene-relevanten Fragestellungen. Die Auswertung erfolgt für das HDZ und auch Einsender bezogen (Stationen) im zeitlichen Vergleich der Jahre 2009 bis 2011. Um eine bessere Einordnung der am HDZ vorherrschenden Stämme zu erhalten, werden dieser Analyse auch Isolate kooperierender nationaler sowie internationaler Partner aus dem ANITRESDEV EU-Projekt zugeführt, welche einen besseren Vergleich und ggf. geographische und gesundheitspolitische Eigenschaften wiederspiegeln. Im Rahmen dieser systematischen Stammtypisierung soll auch ein neues System - DIVERSILAB - in Hinblick auf seine Eignung zur Stammtypisierung für epidemiologische Fragestellungen im Rahmen der Krankenhaushygiene evaluiert werden.

Zu Projekt 2: Untersuchungen zur Antibiotikaresistenzselektion und Persistenz mittels multiparametrischer DNA-Microarrayanalysen

Im Rahmen der FoRUM Förderung sollen selbstentwickelte Microarrays weiterentwickelt und optimiert werden. Die Implementierung neuer Resistenzdeterminanten erfordert Primer- und Sondendesign sowie Anpassung und Optimierung der Hybridisierungsprotokolle. Nach diesem Update sollen diese erweiterten Microarrays zur genetischen Resistenztypisierung auf bakterielle Isolate von Staphylococcus aureus, Pseudomonas aeruginosa sowie ESBL Enterobacteriacea angewendet werden. Insbesondere Isolate von Patienten des HDZ, welche über einen längeren Zeitraum stationär liegen (VAD und HTX), sollen im zeitlichen Verlauf typisiert werden. Aufgrund des bekannten Behandlungsregimes (Selektionsdruck) dieser Patienten können Aussagen über die Resistenzselektion neuer Resistenzen sowie deren Persistenz über die Zeit getroffen werden. Um eine bessere Einordnung der am HDZ vorherrschenden Stämme zu erhalten, werden innerhalb dieser Analyse auch Isolate kooperierender Partner untersucht.

Projektleiter

Dr. rer. nat. Jan Weile
Telefon: 05731/97-3646
E-Mail: jweile@@hdz-nrw.de

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