MRT zur kardialen Funktionsdiagnostik nach Herztransplantation (HTX)
Eine akute Abstoßungsreaktion betrifft häufig Patienten in den ersten Jahren nach der Herztransplantation. Laut aktuellen ISHLT-Leitlinien für die Betreuung von Patienten nach Herztransplantation ist die akute Abstoßungsreaktion (acute cardiac allograft rejection, ACAR) die häufigste Komplikation in den ersten 6 Monaten. Eine ACAR kann bei 20 - 40% der Patienten im ersten postoperativen Jahr vorkommen. In weiterem Verlauf ist eine Graftvaskulopathie die führende Ursache für ein chronisches Organversagen.

Die Verlaufskontrolle mittels Endomyokardbiopsie (EMB) stellt derzeit den Goldstandard zur Beurteilung des Transplantates dar, ist jedoch invasiv, kostenaufwändig und kann keine globalen, sondern nur lokale Aussagen über die Funktionstüchtigkeit des implantierten Herzens liefern. Desweiteren steht dieses Verfahren jedoch durch die relativ hohe Anzahl an falsch negativen Befunde mit bis zu 20% der Patienten in der Kritik.

Anhand einer transthorakalen Echokardiographie können Aussagen über die linksventrikuläre systolische Funktion, Wanddicke, das Vorhandensein eines Perikardergusses, oder Klappeninsuffizienzen getroffen werden. Diese Messgrößen repräsentieren jedoch überwiegend unspezifische Marker für eine ACAR. Zudem stellt die systolische Funktionseinschränkung des Herzens eine akute Abstoßungsreaktion erst zu einem relativ späten Zeitpunkt dar. Im Gegensatz dazu tritt die diastolische Dysfunktion sehr früh nach der Transplantation auf und sollte theoretisch ein sehr früher Marker für eine Abstoßungsreaktion sein. Das transmitrale Geschwindigkeitsprofil, die Mitralklappenringgeschwindigkeit und das pulmonalvenöse Geschwindigkeitsprofil sind die am häufigsten untersuchten Parameter zur Erkennung einer ACAR. Die Untersuchungsergebnisse hängen jedoch zum Teil beträchtlich vom hämodynamischen Status des Patienten, dem Schallfenster bzw. der Aufnahmequalität sowie von der Reproduzierbarkeit der Ergebnisse ab.

Die kardiale Magnetresonanztomographie eignet sich wegen seiner Nichtinvasivität und der Vielzahl der diesem Verfahren zur Verfügung stehenden Messgrößen hervorragend zur Diagnostik der Herzfunktion und -morphologie. Von großem Interesse sind hier black-blood T2w-gewichtete Aufnahmen und das T2 mapping (Quantifizierung des myokardialen Ödems, Entzündungsprozesse), das Late-Gadolinium-Enhancement (LGE) und das T1-mapping (Darstellung/Bestimmung des Fibrosegrades), die Analyse der myokardialen Herzbewegung mittel MR-Tagging oder Geschwindigkeits-Mapping, sowie die Bestimmung der diastolischen Dysfunktion mittels quantitativer Flussmessungen zu nennen, die allesamt wertvolle Informationen hinsichtlich der Beurteilung der Funktionstüchtigkeit des implantierten Herzens liefern. In einer aktuellen Studie werden die diastolische Herzfunktion von transplantierten Patienten und die myokardialen T1- und T2-Relaxationszeiten in Bezug auf eine ACRA hinsichtlich des diagnostischen und des prognostischen Wertes untersucht.