Einfluss der Atmung auf die Schlagvolumina
Konventionelle quantitative Butflussmessungen anhand der 2D geschwindigkeitskodierten Phasenkontrast - Magnetresonanztomographie (PC-MRT) führen aufgrund der langen Aufnahmezeiten zur Mittelung der Blutflussinformationen. Der direkte respiratorische Einfluss auf die Schlagvolumina in herznahen großen Gefäßen kann daher mit diesem Verfahren nicht untersucht werden. Weiterhin werden die Maximalgeschwindigkeiten mit der 2D PC-MRT in der Regel unterschätzt.

Durch die Einführung der Echtzeit PC-MRT ist eine Bilddatenakquisition von unter 25 ms möglich. Dies behebt das Problem der Durchschnittsbildung von Flussinformationen und erlaubt hiermit die Untersuchung des Einflusses der Atmung auf die Hämodynamik.

Die Untersuchung des respiratorischen Einflusses auf die Schlagvolumina ist von großer Bedeutung bei Patienten mit angeborenen Herzfehlern. Als Beispiel sind hier Patienten mit Fontan-Zirkulation zu nennen. Bei dieser Patientengruppe stellt die Atmung ein Hauptfaktor für die Aufrechterhaltung des Blutflusses, insbesondere des venösen Rückstroms, dar. Die atmungsabhängige Hämodynamik in den herznahen großen Gefäßen dieser Patienten unterscheidet sich erheblich von der bei Menschen mit einem gesunden Herzen. Weiterhin ist davon auszugehen, dass die respiratorisch beeinflussten Schlagvolumina auch innerhalb dieser Patientengruppe stark differieren können und in Relation zu ihrem individuellen Blutkreislauf gesetzt werden müssen. Es ist zu erwarten, dass zukünftig frühzeitig Veränderungen in der Fontan-Zirkulation mit Hilfe der Echtzeit PC-MRT detektiert werden können. Dies hat einen unmittelbaren Einfluss auf die Langzeit-Therapie dieser Patienten und ermöglicht ein entsprechendes zeitiges Gegensteuern, um eine Verschlechterung des Krankheitsbildes zu verhindern.

Durch die Einführung der Echtzeit PC-MRT können neuerdings auch arrhythmische Patienten untersucht werden, bei denen bisher keine verlässlichen hämodynamischen Daten erhalten werden konnten.