Bakterielle Kontaminationen von Thrombozytenkonzentraten stellen nach Etablierung von NAT-Screeningverfahren auf virale Erreger (HCV, HIV-1, HBV) ein vergleichsweise hohes Infektionsrisiko dar. Maßnahmen zur Verringerung der Gefahr bakteriotoxischer Transfusionsreaktionen umfassen aktuell eine subtile Haut-Desinfektion und die Verwendung des ”Predonation Sampling Bag“. Pathogeninaktivierung/ -reduktionsverfahren befinden sich momentan in der Anwendertestung, zeigen allerdings Nachteile wie erhöhte Kosten, ineffiziente Inaktivierung hoher Virustiter und bakterieller Sporen, Reduktion der Funktionalität des Blutproduktes, Genotoxizität und Mutagenizität.

Infolge der Lagerung bei Raumtemperatur herrschen für Bakterien besonders in Thrombozytenkonzentraten gute Proliferationsbedingungen. Entsprechend ist durchschnittlich jedes 300. bis 400. Thrombozytenkonzentrat bakteriell kontaminiert (GERM-Group, Transfusion 2005; 45:1267-1274). Um die Auslieferung bakteriell kontaminierter Thrombozytenkonzentrate zu vermeiden, wäre ein negativer Befund vor dem Inverkehrbringen bzw. der Transfusion optimal.

Der durchflusszytometrische Direktnachweis von vitalen Bakterien (mittels des BactiFlow Durchflusszytometers) hat bei guter Sensitivität (150 CFU/ml) gegenüber verfügbaren Kultursystemen den Vorteil einer signifikant kürzeren Analysenzeit (1 h). Der BactiFlow-Test beruht auf einer Fluoreszenzfärbung von Bakterien, wobei ein Substrat von vitalen Zellen aufgenommen und durch Esteraseaktivität gespalten wird, so dass ein fluoreszierendes Produkt entsteht. Im Hinblick auf die kürzlich vorgeschriebene verkürzte Haltbarkeit der Thrombozytenkonzentrate von 5 Tage post-donation auf 4 Tage post-donation (Votum 38 AK Blut) ist diese Methode von herausragender Bedeutung. Dem Institut für Laboratoriums- und Transfusionsmedizin wurde die Genehmigung erteilt, die maximale Haltbarkeit der Präparate nach der Testung mit dem durchflusszytometrischen Testverfahren zum Nachweis bakterieller Kontaminationen bei negativem Testergebnis am Tag 4 bei 5 Tagen belassen.

Kooperationen

  • DRK Blutspendedienst gGmbH West, Zentrum für Transfusionsmedizin, Bad Kreuznach
  • Institut für Transfusionsmedizin und  Transplantationsimmunologie, Westfälische Wilhelms-Universität Münster
  • DRK Blutspendedienst gGmbH West, Zentralbereich Stammzelle u. Transplantationsimmunologie, Breitscheid
  • Institut für Transfusionsmedizin, Laboratoriumsmedizin und Medizinische Mikrobiologie, Klinikum Dortmund gGmbH, Dortmund

Projektleiter

PD Dr. rer. nat. Jens Dreier
E-Mail:jdreier@hdz-nrw.de

Prof. Dr. med. Cornelius Knabbe
E-Mail:cknabbe@hdz-nrw.de

Wissenschaftliche Mitarbeiter

Dr. rer. nat. Tanja Vollmer
E-Mail: tvollmer@hdz-nrw.de

Infolge der Lagerung bei Raumtemperatur herrschen für Bakterien besonders in Thrombozytenkonzentraten gute Proliferationsbedingungen. Entsprechend ist durchschnittlich jedes 300. bis 400. Thrombozytenkonzentrat bakteriell kontaminiert (GERM-Group, Transfusion 2005; 45:1267-1274). Um die Auslieferung bakteriell kontaminierter Thrombozytenkonzentrate zu vermeiden, wäre ein negativer Befund vor dem Inverkehrbringen bzw. der Transfusion optimal.