Diese Arbeitsgruppe befasst sich mit der Problematik des vermehrten Auftretens multiresistenter Krankheitserreger (Pseudomonas aeruginosa, Acinetobacter baumannii, MRSA, ESBL, VRE, etc.) in den letzten Jahren und den daraus resultierenden therapeutischen Problemen, da vorhandene Therapiemöglichkeiten sich immer öfter als unzureichend erweisen. Neben der Entwicklung neuer antimikrobiell wirksamer Substanzklassen kommt der beschleunigten Diagnostik eine entscheidende Rolle zu.

Der Einsatz multiparametrischer, molekularbiologischer Methoden eröffnet neue Ansatzpunkte, um den Zeitbedarf der Pathogen- und Resistenzbestimmung verglichen mit herkömmlichen, mikrobiologischen und biochemischen Methoden zu reduzieren und somit eine schnellere und adäquatere Therapie zu ermöglichen. Das Ziel der Arbeitsgruppe ist die Entwicklung molekularbiologischer Methoden zum Pathogen- und Resistenznachweis, insbesondere mit dem Schwerpunkt auf die routinetaugliche Entwicklung von Methoden und Prototypen für die Diagnostik.

ANTIRESDEV

The effects of antibiotic administration on the emergence and persistence of antibiotic-resistant bacteria in humans and on the composition of the indigenous microbiotas at various body sites

ist ein Forschungsprojekt innerhalb des Bereiches “Gesundheit” des 7. Europäischen Rahmenprogramms (November 2009-Oktober 2012). Der Einfluss unter-schiedlicher Antibiotikaklassen auf die Resistenzselektion in humanpathogenen und kommensalen Mikroorganismen der endogenen Bakterienflora sowie deren Zusammensetzung soll mittels eines multidisziplinären Ansatzes unter Verwendung von kulturbasierten – und kulturunabhängigen Verfahren untersucht werden. Im Rahmen dieses Projektes wird u.a. ein DNA-Microarray (Biochip) zur Resistenz-Genotypisierung multiresistenter Acinetobacter baumannii Isolate entwickelt.

ANTIRESDEV

FYI-Chip

Vollintegriertes Lab-on-a-Chip-System zur schnellen Bestimmung von Hefe- und Schimmelpilzinfektionen in respiratorischen Sekreten und primär sterilen Körperflüssigkeiten bei immunsupprimierten Patienten

Innovationspreis für Medizintechnik 2010 des BMBF.

FYI-Chip

Pilzinfektionen

Pilzinfektionen sind insbesondere bei Intensiv- und immunsupprimierten Patienten eine tödliche Gefahr mit Mortalitätsraten zwischen 30 % und 80 %. Eine rasche und exakte Diagnose ist hier lebensrettend. Ziel von FYI-Chip ist deshalb der Aufbau eines schnellen und robusten Diagnosesystems für Hefe- und Schimmelpilzinfektionen aus respiratorischen Sekreten und primär sterilen Körperflüssigkeiten.

Es erlaubt die Identifizierung pathogener Hefe- und Schimmelpilze und die Genotypisierung von Resistenz-assoziierten Genmarkern in Candida ssp. über einen molekularbiologischen Ansatz. FYI-Chip ist ein Mikrosystem zur schnellen, genotypischen Diagnostik der Zielorganismen und Resistenzmarker mit hoher Nachweisempfindlichkeit und On-Chip Probenvorbereitung.

Drittmittel

  • ANTIRESDEV, Forschungsprojekt innerhalb des Bereiches „Gesundheit“ des 7. EU-Rahmenprogramms (seit 2009)
  • FYI-Chip, Innovationspreis Medizintechnik 2010 des BMBF
  • FoRUM, „Molekulare Erreger- und Resistenzdiagnostik mittels multiparametrischer Verfahren“ „Fakultätspreis Klinische Forschung 2011“ der Medizinischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum

Projektleiter

Dr. rer. nat. Jan Weile
E-Mail: jweile@hdz-nrw.de

Prof. Dr. med. Cornelius Knabbe
E-Mail: cknabbe@hdz-nrw.de

Wissenschaftliche Mitarbeiter

Dr. rer. nat. Dennis Hinse
E-Mal: dhinse@hdz-nrw.de

Simon Dally, Dipl.-Biol.
E-Mail: sohler@hdz-nrw.de