Infektionen des respiratorischen Traktes können durch Viren, Bakterien und Pilze über Tröpfchen- oder Schmierinfektionen oder über kontaminierte Hände oder Oberflächen ausgelöst werden. Ein großer Teil der Infektionen wird durch respiratorische Viren ausgelöst, die außerhalb ihres Wirtsorganismus stabil sind. Das Erregerspektrum umfaßt die Adenoviren, Coronaviren, Rhinovirus, Metapneumovirus, Respiratory-Syncytial-Viren, Rhinoviren, Influenzaviren A und B sowie Parainfluenzaviren und Enteroviren. Derzeit ist wenig über die Infektiosität dieser Viren nach längerer Luftexposition bekannt.

Infektionen des respiratorischen Traktes kommen häufig auch bei Personen vor, die sich in klimatisierten Gebäuden aufhalten. Diese Erkrankungen fallen unter den Sammelbegriff „Sick Building Syndrome“. Die Übertragung der Erreger kann hier auch über raumlufttechnische (RLT)-Anlagen erfolgen. Die Richtlinie VDI-6022 definiert den Stand der Technik hinsichtlich hygienischer Anforderungen an RLT-Anlagen. Die in dieser Richtlinie empfohlenen Filterstufen F5 / F7 bzw. F7 / F9 erscheinen aufgrund der Porendurchmesser für virale Erreger als uneffektiv.

Im Rahmen des Forschungsvorhabens wird die aerogene Transmission von Viren und deren Inaktivierung durch UVC-Strahlung im Luftstrom einer RLT-Anlage untersucht. Es werden sowohl Bakteriophagen (Phi X174, MS2, Lambda, M13) als auch tier- (FelinesCalicivirus) und humanpathogene Viren analysiert. Der Nachweis der Viren nach Verneblung aus Raumluft erfolgt mittels molekulargenetischer Methoden (Monoplex- und Multiplex-PCR) bzw. Infektiositätsmessung in Bakterien- bzw. Zellkulturen.Es konnte gezeigt werden, dass Virus-Aerosole noch über mehrere Stunden im Luftstrom der Anlage nachweisbar waren. Diese Beobachtung weist auf länger andauernde Infektionsrisiken von humanpathogenen Viren in RLT-Anlagen hin. Durch UVC-Bestrahlung des Luftstroms konnte eine deutliche Reduktion der Viren beobachtet werden. Somit kann durch den Einsatz von UVC-Modulen in RLT-Anlagen das virale Infektionsrisikos gesenkt werden. Derzeit wird ein neuartiges Standgerät zur Lufthygiene entwickelt, das in Feldversuchen auf seine Eignung für medizinisch sensible Bereiche getestet werden soll.

Beteiligte Projektpartner

  • Biotec GmbH, Dr. rer. nat. A. Bermpohl, Gütersloh
  • JK-Holding GmbH, Windhagen

Informationen zu AiF

Das zentrale Anliegen der AiF besteht in der Förderung angewandter Forschung und Entwicklung (FuE) zugunsten kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU). Die AiF hat zu diesem Zweck eine einzigartige Infrastruktur aufgebaut, die aus einem industriegetragenen Innovationsnetzwerk besteht, das über 100 industrielle Forschungsvereinigungen mit etwa 50.000 weit überwiegend KMU, rund 700 eingebundene Forschungsstellen sowie eine Geschäftsstelle des Vereins AiF in Köln und als seine hundertprozentige Tochtergesellschaft die AiF Projekt GmbH in Berlin umfasst. Die Forschungsvereinigungen und die AiF bieten innerhalb dieser Struktur praxisnahe Innovationsberatung im Bereich der FuE-Förderung auf nationaler und zunehmend auch internationaler Ebene. Seit ihrer Gründung im Jahr 1954 ist die AiF auf diesem Gebiet der Mittelstandsförderung ein kompetenter Partner des Bundes, indem sie im Rahmen unterschiedlicher Fördermaßnahmen an der Schnittstelle zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Staat agiert. Insgesamt vergab die AiF im Jahr 2009 über 400 Mio. Euro öffentlicher Mittel.

Weiterführende Informationen

Projektleiter

PD Dr. rer. nat. Jens Dreier
E-Mail: jdreier@hdz-nrw.de

Prof. Dr. med. Cornelius Knabbe
E-Mail: cknabbe@hdz-nrw.de

Wissenschaftliche Mitarbeiter

Dr. rer. nat. Tanja Vollmer
E-Mail: tvollmer@hdz-nrw.de

Cand. biochem. N.N.

Cand. biol. N.N.