Diese Ergebnisse, wie sie in den Studien ESCAT I und ESCAT II aufgezeigt worden sind, sind in einem Follow-up von 2 Jahren gesichert. Inwieweit sich die Therapiecompliance über diesen Zeitraum hinaus aufrechterhalten lässt, wurde bis heute wissenschaftlich nicht untersucht.

In der sog. Hemosense-Studie, in der das Wissen im Zeitverlauf hinsichtlich INR-Selbstmanagement mit einer dauerhaften oralen Antikoagulation bei entsprechend geschulten Patienten geprüft wurde, konnte gezeigt werden, dass über die Zeit zu einem Wissensabfall kommt, der sich über die nächsten Jahre deutlich verstärken könnte. Aus diesem Grunde ist es unumgänglich, eine Studie mit einem Follow-up-Charakter von mind. 3 Jahren zu erstellen, um die Therapiequalität wissenschaftlich über diesen Zeitraum zu evaluieren.

TeleQIN ist eine prospektive Studie zur Beurteilung der INR-Qualität nach mechanischem Herzklappenersatz. Die Studie ist ein Vergleich von INR-Selbstkontrolle mit telemedizinischer Qualitätssicherung versus INR-Selbstmanagement, der erstmals weltweit angestellt wird. Ziel ist, die Häufigkeit der Unter- bzw. Übermarcumarisierung zu registrieren und eine mittel- bzw. längerfristige Qualitätskontrollauswertung zu erstellen. Wir gehen davon aus, dass mit diesem ärztlichen Hintergrund eine indirekte Qualitätssicherung des INR-Selbstmanagements zu garantieren ist und zeitaufreibende und kostenungünstige Nachschulungen über diesen Zeitraum eingespart werden.

Patienten nach einem mechanischen Herzklappenersatz in Einzel- wie Doppel- bzw. Mehrfachpositionen, die INR-Selbstmanagement durchführen, sollten so geschult werden, dass sie in der Lage sind, sowohl die Testung als auch die Dosisadjustierung vorzunehmen. Patienten, die INR-Selbstkontrolle durchführen, sollten so geschult werden, dass sie in der Lage sind, die Testung vorzunehmen. Die Dosisadjustierung wird aber weiterhin durch den betreuenden Arzt vorgenommen. Dazu werden die entsprechenden Daten entweder mündlich per Telefon an das IFAT mitgeteilt oder bei einer entsprechenden digitalen Schnittstelle aus dem Gerinnungsmonitor über ein Handy oder sog. Übertragungsmodul automatisch übermittelt und in einem zentralen Server gespeichert. Im IFAT wird durch entsprechendes Fachpersonal diese Akte gepflegt und vom Kardiologen entsprechend betreut. Sobald Befunde sich außerhalb des therapeutischen Fensters bewegen, wird der 24-stündige ärztliche Dienst hierüber informiert, so dass sofort die Kontaktaufnahme zu den entsprechenden Patienten erfolgen kann.

Ansprechpartner

Otto Wagner, Dipl.-Ing., Dipl.-Sportwiss