Das Institut für Kernspintomographie wird mit drei Ärzten mit umfassender MR-Erfahrung, zwei Naturwissenschaftlern sowie zwei MTAs und einer Schreibkraft als Arbeitsgruppe zur Untersuchung, Befunderhebung, Dokumentation aller im Zentrum notwendigen Bildgebungen mit der Magnetresonanz und Tomographentwicklung / -pflege strukturiert und eingesetzt.
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Im Institut befindet ein 1.5 Tesla MR-Tomograph der Firma Philips Medical Systems, der mit leistungsstarken Gradienten (30 mT/m, 150 mT/m/ms) ausgestattet ist. Eine Vielzahl verschiedener Empfangsspulen steht für die unterschiedlichsten klinischen Fragestellungen zur Verfügung. Erwachsene und Intensivpatienten können ebenso untersucht werden wie Kinder, Kleinkinder und Säuglinge. Ein Narkoseinhalationsgerät, MR-taugliche Perfusoren und Patientenüberwachungsapparaturen gewährleisten eine sichere MR-Untersuchung unter Kontrolle der physiologischen Parameter.
Die Einrichtung wurde in den letzten Jahren als pädiatrische Referenzabteilung (zusammen mit dem neuen pädiatrischen Herzkatheterlabor) im sogenannten User Club des Philipskonzerns etabliert. Koronarien, Myokardperfusion und Gefäßdarstellungen werden nach neuestem Stand der Technik erforscht, resp. abgebildet.
Die Magnetresonanztomographie ist ein schonendes bildgebendes Verfahren. Es werden weder Röntgenstrahlen noch radioaktive Substanzen, sondern nur Radiofrequenzen in Kombination mit Magnetfeldern eingesetzt, die für den menschlichen Körper ungefährlich sind. Viele belastende und invasive Untersuchungen wie z.B. Angiographien mittels Herzkatheter, Phlebographien, Myelographien oder Gallengangsdarstellungen können in vielen Fällen durch die verträglichere Magnetresonanztomographie ersetzt werden. Aufgrund der hohen Gewebekontrastgebung ist dieses Verfahren hervorragend geeignet zum sensitiven Nachweis entzündlicher, degenerativer, traumatischer, tumoröser, gefäßbedingter und angeborener Erkrankungen sämtlicher Körperbereiche. Je nach Fragestellung dauert eine typische kernspintomographische Untersuchung zwischen 20 - 60 Minuten.
Es hat sich gezeigt, daß die MR-Methodik einen rasanten Aufschwung in der medizinischen Diagnostik nimmt. Das Institut ist führend in der pädiatrischen Kardiologie und maßgeblich in der Projektleitung der MRT-Programme des Kompetenznetzes AHF engagiert. Mehrere international relevante Publikationen belegen dies. Die Methodik wurde als zweites untersucherunabhängiges, bildgebendes Verfahren neben der Ultraschalltechnik zur Reife entwickelt, so daß Operationsindikationen ohne Herzkatheter möglich werden. In der Kinderheilkunde wird diese Praxis seit längerem geübt. Die Nichtinvasivität in der Diagnostik wird ab 2004 institutionalisiert. Ein weiteres Ziel ist, eine nichtvasive Koronarographie für Erwachsene mit Brustschmerzen anbieten zu können, die hinreichend exakt ist, um im Sinne eines Screeningverfahrens entscheiden zu können, ob eine Herzkatheteruntersuchung nötig ist. Aktuell findet eine umfangreiche kooperative Vergleichsstudie zwischen MRT, CT und Herzkatheter-Koronarographie statt.
Untersuchungsspektrum der Kernspintomographie im HDZ
Im Institut für Kernspintomographie werden zur Zeit nahezu alle gängigen Routineuntersuchungen angeboten (nicht im Programm sind lediglich die Mammographie, molekulare Bildgebung und - eingeschränkt - Spektroskopie). Neben der reinen morphologischen Darstellung der Organe bzw. des Gewebes, stehen funktionelle Untersuchungstechniken zur Abbildung von z.B. Herz(klappen)-Bewegungen, Wirbelsäulenaufnahmen, Blutflüssen etc. ebenso zur Verfügung, wie die angiographische Gefäßabbildung und die Diffusion-/Perfusionsbildgebung zur Beurteilung von Stoffwechselveränderungen.
Nachfolgend sind die im Institut angebotenen Untersuchungsschwerpunkte aus den verschiedenen Körperregionen aufgelistet:
- Schädel: frischer/alter Infarkt, Hypoxie, Blutung, Entzündungen, Tumore, Diffusion, Perfusion
- Hals: Raumforderungen, Stenosen, Gefäßveränderungen
- Wirbelsäule: degenerative Wirbelsäulenveränderungen, Stenosen, Osteoporose, Metastasen, Entzündungen, dynamische Studie der Halswirbelsäule
- Thorax: Mediastinalveränderungen, Atemwegsstenosen (Malazien/Kompressionen), Embolien
- Herz: erworbene und angeborene Herzfehler, Veränderungen der herznahenGefäße, Herzbeutelerkrankungen, Tumore, Volumetrie, Blutfluß, Herzklappen, Perfusion, Vitalität
- Abdomen/Becken: Leber, Milz, Bauchspeicheldrüse,Gallengangssystem (MRCP), Nieren, Nebennieren, Tumore, Gefäßveränderungen
- Extremitäten: Knie-, Hand-, Fuß-, Hüft-, Schultergelenke
- Allgemeine und diabetische Knochen-und Gewebeveränderungen, Entzündungen, Bindegewebsschädigungen und Gelenkveränderungen, Arthrose, Frakturen, Perfusion, Osteoarthropathie, Osteomyelitis
Zur angiographischen Gefäßabbildung stehen drei unterschiedliche Verfahren zur Verfügung. Neben der Phasenkontrast-angiographie und der Time-of-Flight (TOF) Technik, bei denen ein Kontrastmitteleinsatz nicht erforderlich ist, werden die Mehrzahl der räumlich und zeitlich hochaufgelösten Angiographien mittels kontrastmittelverstärkter Aufnahmetechniken unter Einsatz nicht jodhaltiger und gut verträglicher paramagnetischer Kontrastmittel durchgeführt, die auch bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen und allergischer Disposition eingesetzt werden können.
Im Institut für Kernspintomographie werden Angiographien in folgenden Körperregionen angeboten:
- Hirngefäße inkl. Halsschlagadern
- Herzhöhlen und herznahe große Gefäße
- Körperschlagader und Abgänge sowie korrespondierendes Venensystem
- Lungenarterien und -venen
- Nierenarteriendarstellung
- Becken-und Beingefäßdarstellung anstelle der konventionellen, invasiven Röntgentechnik (DSA)
- Fußangiographie bei diabetischen Patienten
- Phlebographie der Extremitäten
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