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Über 20 Jahre nach der ersten Herztransplantation
im Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-
Westfalen gehört dieser Eingriff in der Klinik
für Thorax- und Kardiovaskularchirurgie
heute zur Routine.
Eine Herztransplantation kann Patienten mit schwerer chronischer Pumpstörung
der linken und/oder rechten Herzkammer helfen. Sie wird notwendig, wenn
das Herz den Organismus nicht mehr ausreichend mit Blut und Sauerstoff
versorgen kann.
Zu den häufigsten Grunderkrankungen, die eine Herztransplantation
notwendig machen, zählen:
- die koronare Herzkrankheit,
- Herzmuskelerkrankungen (Kardiomyopathien),
- erworbene Herzfehler, z.B. Herzentzündungen (Myokarditis),
- angeborene Herzfehler,
- schwere Herzrhythmusstörungen.
Eine Herzverpflanzung ist somit ausschliesslich angebracht bei irreversiblen
Herzerkrankungen im Endstadium. Grundsätzlich gelten folgende Voraussetzungen
(gem. Richtlinien für Organtransplantationen siehe Link Info für
Patienten):
- eine optimale medikamentöse Behandlung wurde durchgeführt,
- andere herzchirurgische Eingriffe wie eine Bypass- oder Klappenoperation haben keine Aussicht auf Besserung des Zustands,
- die Lebenserwartung und Lebensqualität des Patienten sind deutlich eingeschränkt,
- eine vollständige kardiologische Diagnostik (Links-/Rechtsherzkatheteruntersuchung) ist erfolgt,
- der Patient erfüllt die Voraussetzungen zur Aufnahme in die Warteliste für ein Spenderorgan bei der Eurotransplant Foundation in Leiden/Niederlande gemäß den Kriterien der Bundesärztekammer.
Etwa 1.200 Spenderherzen werden jährlich
in Deutschland benötigt.
Da nicht für jeden potentiellen Empfänger ein Organ zeitnah zur
Verfügung steht, sucht die Wissenschaft nach Alternativen zur Organtransplantation
von Mensch zu Mensch. Neben der medikamentösen Herzinsuffizienz-Therapie
mit Hilfe von Digitalis, Diuretika, ACE-Hemmern, Nitraten u.a., sind organerhaltende
herzchirurgische Eingriffe (mechanische Linksherzunterstützung, Kardiomyoplastik,
Batista-Operation, Xenotransplantation) und vor allem Überbrückungsmöglichkeiten
durch mechanische Kreislaufunterstützungssysteme zu nennen.
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