Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen
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Schlafbezogene Atemstörungen
Behandlung

Das Wissen um die mit schlafbezogenen Atmungsstörungen einhergehenden Erhöhung der Morbidität (Erkrankungsrate) und Mortalität (Sterblichkeit) von Herz- und Kreislauferkrankungen unterstreicht die Notwendigkeit einer Behandlung.

Schlafbezogene Atemstörungen
Die zur Zeit effektivste Behandlungsmöglichkeit der obstruktiven Schlafapnoe ist die nCPAP-Therapie (nasaler continuierlich positiver Atemwegsdruck [pressure]). Dabei werden die Atemwege der Betroffenen im Schlaf quasi „geschient“, indem über eine Nasen- (oder Mund-Nasen-)Maske und ein entsprechendes Schlauchsystem Luft unter leichtem Überdruck zugeführt wird. Trotz Erschlaffung der Muskulatur werden die Atemwege hierdurch offen gehalten, was ein freies Durchatmen ermöglicht und somit wieder einen erholsamen Schlaf gewährleistet.

Die Methode wurde ständig weiterentwickelt und perfektioniert, so dass die heute verfügbaren Maskensysteme klein, leicht und meist angenehm zu tragen sind. Die Druckgeneratoren (CPAP-Geräte) sind ebenfalls klein und leise, wobei die Entwicklung gerade in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte erbracht hat. So sind mittlerweile Geräte erhältlich, die automatisch den erforderlichen Therapiedruck berechnen und zu jeder Zeit individuell anpassen. Durch diese kontinuierliche Druckanpassung wird stets der niedrigstmögliche Druck, der für die effektive Behandlung notwendig ist, appliziert. Die Therapie lässt sich so einfacher einhalten und die druckbezogenen Nebenwirkungen werden reduziert. Die nCPAP-Therapie ist sehr wirksam und sicher. Schwerwiegende Nebenwirkungen oder Organschädigungen sind nach über 20-jähriger Erfahrung mit dieser Methode nicht bekannt geworden. Es kann jedoch zu lokalen Druckstellen durch die Maske oder zu Reizerscheinungen der Nasen- und Rachenschleimhäute kommen. Diese Nebenerscheinungen sind jedoch harmlos und lassen sich durch exakte Anpassung einer modernen Maske oder durch den Einsatz eines Warmluftbefeuchters minimieren.

Die nCPAP-Therapie ist eine sehr wirksame Methode zur Behandlung der Schlafapnoe, so dass sich die Beschwerden häufig rasch bessern. Verschiedene Studien konnten darüber hinaus zeigen, dass sich unter der nCPAP-Behandlung die Herzfunktion bessert, das Herzinfarktrisiko abnimmt und sie sich bei regelmäßiger Anwendung lebensverlängernd auswirkt.

Arzt und PatientAllerdings handelt es sich bei der nCPAP-Therapie um eine symptomatische Behandlung, das heißt, sie wirkt nur so lange, wie sie regelmäßig genutzt wird. Insofern bleibt nCPAP ein Hilfsmittel, vergleichbar z.B. mit einer Brille oder einem Hörgerät. Natürlich muss man die nCPAP-Therapie erlernen und sich daran gewöhnen. Besonders in den ersten Nächten ist es möglich, dass gerade die Maske oder der applizierte Druck zunächst als unangenehm empfunden werden. Nach einer Gewöhnungsphase von zwei bis drei Wochen wird die Behandlung aber fast immer gut toleriert.

Für die Behandlung der Cheyne-Stokes-Atmung ist die nCPAP-Therapie nicht ausreichend. Hierfür kommt ein neues Beatmungsverfahren zur Anwendung, die antizyklisch modulierte Ventilation (AZMV) mit dem AutoSetCS-Gerät, welches das bis dato eingesetzte BiPAP-Verfahren (bilevel positive airway pressure) für diese Form der Atemregulationsstörung weitestgehend abgelöst hat. Auch für die Therapie der gemischtförmigen Schlafapnoe ist diese Ventilationsform geeignet. AutoSetCS ist ein einzigartiges System, welches den notwendigen Druck von Atemzug zu Atemzug automatisch reguliert und zur Stabilisierung der Atmung eine variierende Druckunterstützung bereitstellt. Die Applikation des Beatmungsdrucks erfolgt ebenso wie bei nCPAP über ein Maskensystem. Auch für die AutoSetCS-Behandlung sind keine gravierenden Nebenwirkungen bekannt. Die Begleiterscheinungen, die mit dem Gebrauch der Maske verbunden sind, entsprechen denen der nCPAP-Therapie. Alternativ oder begleitend zur AutoSetCS-Therapie kann bei der Behandlung der Cheyne-Stokes-Atmung auch eine nächtliche nasale Sauerstoffgabe zur Anwendung kommen.

Mehrere internationale Studien konnten bisher zeigen, dass durch eine effektive Behandlung der schlafbezogenen Atmungsstörung bei Patienten mit vorbestehenden Herzerkrankungen die Morbidität und Mortalität reduziert werden konnten. Neben einer Verbesserung der Herzfunktion war für die Patienten vor allem auch eine Zunahme der Lebensqualität und körperlichen Leistungsfähigkeit spürbar.

Schlafbezogene Atemstörungen
Im Herz- und Diabeteszentrum NRW besteht die Möglichkeit, schlafbezogene Atmungsstörungen zu diagnostizieren und adäquat zu behandeln. Patienten, bei denen ein solcher Verdacht besteht, werden nachts mit einem speziellen Gerät überwacht. Dieses Gerät (Embletta) analysiert dabei die nächtliche Atmung sowie den Sauerstoffgehalt im Blut der Patienten. Es wird abends durch geschultes Personal angelegt und kann am nächsten Morgen durch den Patienten abgenommen werden. Aufgrund des nur kleinen Formates der Embletta wird der Schlaf des Patienten durch das Gerät nicht gestört. Dies alles geschieht auf den jeweiligen Stationen ohne zusätzlichen Aufwand für die Patienten.

Wird nach Auswertung der aufgezeichneten Daten durch den behandelnden Arzt eine nächtliche Atmungsstörung festgestellt und die Indikation zur Behandlung gestellt, kann diese bereits in der Folgenacht eingeleitet werden.

Der Cheyne-Stokes-Atmung kommt auch unter wissenschaftlichen Gesichtspunkt besondere Bedeutung zu. So wurde in der kardiologischen Klinik des HDZ eine wissenschaftliche Studie initiiert, die den Einfluss einer adäquaten Behandlung der nächtlichen Atmungsstörung untersucht. Die Kardiologen des HDZ erwarten durch eine effektive Therapie der Atemstörung eine Optimierung ihrer kardiologischen Behandlung und eine Verbesserung der Prognose für die herzkranken Patienten. Somit bildet im HDZ die Untersuchung der nächtlichen Atmung einen festen Bestandteil der routinemäßigen Diagnostik bei verschiedenen Herzkrankheiten.


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